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Hatebreed, 28.06.2009

Hamburg - Markthalle
Support: Karras & D.T.A.


Vor fünf Jahren sah ich Hatebreed zum ersten Mal in der Hamburger Markthalle und ich erinnere mich noch, daß es relativ voll war und der Schweiß von der Decke tropfte. Heute sind es draußen auch fast 30 Grad und die Markthalle ist zu drei Viertel voll. Hatebreed sind weiter im Vormarsch und haben mit "Supremacy" ihr in Deutschland bestverkauftes Album am Start. Ein schweißtreibender Abend ist also vorprogrammiert.


Den Anfang des Reigens dürfen die Bremer Hardcore-Recken von D.T.A. machen, die auch einige Fans mitgebracht haben. Die Band ist überglücklich auf diesen Brettern stehen zu dürfen, und feuern 30 Minuten ein Old School Hardcore-Bollwerk ab. Nicht spektakulär, aber die ersten "Ruderer" und "Radschläger" machen vor der Bühne schonmal Wind.

Ein Blick auf ein Poster am Merchandising-Stand zeigt mir den Bandnamen KARRAS und drei Frauen mit einem Herren. Nanu? Kurz darauf entern Ela, Corinna und Sabine (Gitarre, Bass, Schlagzeug) die Bühne, und föhnen der ersten Reihe erstmal gehörig den Scheitel gerade. Uff! Mit ihrem baumlangen Fronter Lars und einem brutalen Metalcore-Mix fordern sie den Anwesenden immer mehr Applaus ab, während ein paar Nachwuchs-Proleten die typischen "Ausziehen"-Sprüche klopfen. Sehr armselig, denn die Darbietung ist erste Sahne - immense Power, spielerisch präzise mit deftigen Riffs, einigen höllischen Blastbeats und das Ganze eigentlich sogar lässig rüber gebracht. Hier fühlt man die Erfahrung, die die Band bereits auf Touren mit Illdisposed, Mnemic oder Ignite gesammelt hat. So und nicht anders wird das Wort "Anheizer" definiert. Klasse!




Warum dauern Umbaupausen immer so lange?! Ist es nicht schon warm genug hier drinnen? Aber wen interessiert das schon, wenn Hatebreed die Bühne entern und 70 Minuten lang einfach nur Vollgas geben und selbst keine Ermüdungserscheinung zeigen. Das Publikum zieht da freilich mit und bestätigt die Aussage von Szene-Sympathikus Jamey Jasta, "man habe einige wirklich gute Erinnerungen an Hamburg und wurde immer gut behandelt." Jasta dirigiert sein Publikum nach Belieben, bedankt sich für die Verkaufszahlen und applaudiert aus Dankbarkeit zurück. Schön zu sehen, daß es wirklich noch von Grund auf ehrliche Menschen gibt. Über die Setlist noch Worte verlieren ... wozu?! Dann eher über die effektvolle Lightshow in Form von 12 senkrechten Neonröhren als Backdrop-Ersatz, die mit tollen Wechseln für erhabene Stimmung sorgten. Auf's Wesentliche reduziert und dabei umso effektiver - also passend zur Band. Hatebreed waren auch heute wieder eine Macht, und der Schweiß tropfte abermals von der Decke. Hammer!




Setlist - Hatebreed

Never let it die
Proven
You're not alone
Thirsty & miserable
Doomsayer
Divine judgement
A call for blood
Tear it down
Smash your enemies
To the threshold
Straight to your face
Perseverance
Before dishonor
The most truth
Defeatist
As diehard as they come
Last breath
Live for this

This is now
I will be heard
Destroy everything



Text & Fotos: Siegfried Wehkamp