Osnabrück - Bastard Club Support: Damnation Defaced & Difused
Beständigkeit zahlt sich eben doch aus. Denn der letzte Schultag in Niedersachsen ist wohl kaum der Grund, daß sich satte 180 zahlende Death Metal-Fans im kleinen Osnabrücker Bastard Club einfinden. Vader sind mal wieder in unseren Breitengraden unterwegs, und wer sie schon mal gesehen hat, weiß was ihn erwartet ... ein schöner Abend...
...und den dürfen die Jungs von DIFUSED aus Rheine beginnen. Das Quintett hat nicht gerade viel Platz auf der ohnehin kleinen Bühne, da man das "Support"-Schlagzeug am rechte Bühnenrand platziert hat. Dafür kann man Drummer Jorge bei seinen Aktivitäten als Clean-Sänger hautnah begutachten, während der eigentliche Mikroschwinger Dirk mit seinem Organ den Death Metal-Mix aus Melancholie, Melodie und Groove schön guttural intoniert.
Aus Celle kommt dann der nächste Fünfer, der mit dem bißchen Platz auskommen muss. DAMNATION DEFACED heißen die Herren und haben ganz schön die Leinen los. Technischer Death Metal, ohne verwirrenden Firlefanz, und dazu präzise in allen Tempo-Lagen - jau, das hat schon was. Und beim Song "Buried in oblivion" fällt auch mir auf, daß entsprechend dem Titel, die Band mit Sicherheit gerne Into Eternity hört, sich aber nicht mit klarem Gesang aufhält, sondern die Basis eher im Death Metal sieht. Steigendes Feedback aus dem Publikum gibt dieser Mischung Recht. Fans von Death, Obscura und eben Into Eternity sollten die Band mal dringend antesten.
Doch nun zu VADER- denn die will heute wirklich jeder hier sehen, und es ist wirklich bemerkenswert, wie das Publikum mit Sprechchören und reichlich Aktion vor der Bühne wie ein Mann hinter ihrer Band steht. Bandkopf Peter ist sichtlich gerührt und freut sich über das ungebrochene Vertrauen. Schließlich musste er mal wieder seine gesamte Mannschaft erneuern, die aber agiert, als hätte sie nie etwas anderes getan. Allen voran Drummer Paul, der entsprechend seinen Leistungen vom Chef als "Maschinengewehr 45" vorgestellt wird. Wohl ein Grund, warum man bei 14 Songs nicht mal die 60 Minuten voll bekommt. Die Version von "Wings" war so dermaßen zackig - mir wurde fast schwindelig. Ansonsten die reichlich vorzüglichen Klassiker, mit "Testimony" ein Exkurs zum ersten Album und mit "Rise of the undead" ein Vorgeschmack auf das Neue. Gut zu wissen, daß sich nichts ändern wird. Es war wieder eine Death Metal-Lehrstunde vom Feinsten, die die Ausnahmestellung von Vader in der internationalen Szene bestätigt. Wie gesagt ... ein schöner Abend. Durch und durch.
Setlist - Vader
Dark age Sothis Silent empire Crucified ones Black to the blind Epitaph Rise of the undead Testimony Shadowfear Death in silence Carnal Wings