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Carnifex, 08.06.2010

Oldenburg - Amadeus
Support: Veil Of Maya, Suffokate, Pride Shall Fall

Man kann es durchaus als mittelgroße Sensation bezeichnen: Das niedersächsische Oldenburg - Hometown von mega-metal.de - dürfte in Sachen Live-Konzerte eine der unmetallischsten Städte dieser Größenordnung in ganz Deutschland sein - von vereinzelten Konzerten mit lokalen Bands mal abgesehen. Umso erstaunlicher also, dass ausgerechnet eine Deathcore-Band wie Carnifex aus Kalifornien mitten in einem kleinen Club in der Oldenburger Fußgängerzone halt machen, und noch dazu hochkarätige Unterstützung mitgebracht haben. Dieses Spektakel lassen sich heute mehr als 200 Besucher nicht entgehen...


 



Die Rolle des Local Supports übernehmen heute PRIDE SHALL FALL aus Bremen, die mit ihrem sehr soliden Death Metal-/Hardcore-Sound für die ersten Aktionen vor der Bühne sorgen können. Für einen Opener geht die Leistung völlig in Ordnung, auch wenn mir persönlich teilweise ein bißchen die Abwechslung fehlt. Trotz allem eine Band mit zweifelsfrei ausbaufähigem Potential.



Leider müssen die Kalifornier SUFFOKATE ihr Set vor weniger Publikum beginnen, als noch Pride Shall Fall zuvor. Viele Leute stehen bei schönem Wetter noch draußen, aber nach zwei, drei gespielten Songs wird's wieder vernünftig voll. Die Truppe um den optisch recht auffälligen Sänger Ricky Hoover spielt ebenfalls eine Mischung aus Hardcore und Death Metal, hat aber einen wesentlich kraftvolleren und brutaleren Sound. Stimmung und Spannung steigen allmählich.



VEIL OF MAYA aus Barrington/Illinois beweisen dann im Folgenden, dass man für einen satten Sound mit ordentlich Druck nicht immer zwingend zwei Gitarren braucht. Das Quartett erinnert mit seinem recht variablen, und mit kleineren musikalischen Überraschungen gespickten Deathcore in manchen Passagen an After The Burial. Definitiv eine Band, die ich zukünftig mal im Auge behalten sollte, und zum ersten Mal am heutigen Abend ist mir das 30-minütige Set (aller drei ersten Bands) zu kurz.



Für kommerziell erfolgreichen modernen amerikanischen Deathcore dürften neben Suicide Silence vor allem auch CARNIFEX stehen - mal davon abgesehen, dass auch beide Fronter eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Der Club ist spätestens jetzt knackig voll, und dass die Band aus San Diego sehr früh zu Beginn ihres Sets gleich schonmal die aktuelle Single und zeitgleich Titelsong des neuen Albums "Hell chose me" raushaut, zeugt von einem gesunden Maß an Selbstwusstsein, denn an starken Songs mangelt es den Jungs zweifelsfrei ganz und gar nicht. Sänger Scott Lewis nutzt die recht kleine Bühne voll aus, und nicht nur Songs wie "The diseased and the poisoned" werden begeistert im ganzen Club aufgenommen. Ganz starke Leistung einer klasse Band.



Text & Fotos: Marco Zimmer