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Lamb Of God, 03.03.2010

Hamburg - Grünspan
Support: Job For A Cowboy, August Burns Red, Between The Buried And Me



Dass im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten alles anders ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Während Lamb Of God in den USA die größten Hallen füllen, muss man sich in Europa noch mit kleineren Locations begnügen. So wie auch heute im Hamburger Grünspan, der sogar - trotz drei hochkarätiger Support-Bands - anfangs noch sehr übersichtlich ist...


 



Den Startschuss des heutigen rein US amerikanischen Treffens geben BETWEEN THE BURIED AND ME. Und diese vier Herren liefern gleich zu Beginn eine zwar durchaus interessante und ungewöhnliche, aber auch etwas zähflüssige Mischung ab: Sänger Tommy Rogers steht meistens hinter seinem Keyboard (!), und sorgt neben dem sonst vorherrschenden Mathcore bis hin zu technischem Death Metal, für eine ordentliche progressive Schlagseite und teils sogar sphärische Klangflächen. Die Reaktionen des Publikum fallen eher etwas verhalten aus, es sei denn, man erkennt zwischen all den Breaks und Tempowechseln mal so etwas wie einen durchgehenden Rhythmus, und Tommy Rogers verlässt sein Keyboard und konzentriert sich auf das Wesentliche, nämlich auf den Gesang. Keine Leicht Kost zu Beginn...



Die technischen Probleme in der Umbaubause nehmen bei AUGUST BURNS RED zu Beginn des Sets ihren Lauf, als mitten im Song das Mikro ausfällt. Aber die Truppe ist mittlerweile Profi genug, um auch solche Pannen geschickt zu umschiffen. Zum ersten Mal am heutigen Abend kommt ordentlich Stimmung auf, und im vorderen Drittel des Clubs startet der erste Circlepit, und die ersten Crowdsurfer segeln gen Bühne. Und während Sänger Jake Luhrs sein (mittlerweile wieder funktionstüchtiges) Mikro in die Menge wirft, und den Song von einem Fan weitersingen lässt, hämmert sich die Doublebass solide durch die Boxen, und ich denke mir: Es dürfte eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Truppe den großen Durchbruch hierzulande schafft. Wer eine solche Fanbase, und noch dazu so starke Songs wie "Back burner" oder "Thirty and seven" hat, braucht sich um die Zukunft kaum Sorgen machen.



An JOB FOR A COWBOY scheinen sich heute so ein bißchen die Geister zu scheiden. Während die einen wohl hauptsächlich wegen dieses Quintetts überhaupt hier sind, scheint einigen anderen der brachial-derbe Sound eine Spur zu heftig zu sein. Das musikalische Brett, dass die Truppe dem Publikum mit voller Aggression und Boshaftigkeit vor den Latz knallt, wird fast nur noch von Fronter Jonny "The Navy" Davy getoppt, dem der Wahnsinn förmlich ins Gesicht geschrieben steht. Nachdem man anfangs der Forderung nach einer "Wall of Death" nicht nachgekommt, gibt man bei "Entombment of a machine" dann letztendlich nach, und von da an überträgt sich der Wahnsinn förmlich auf das Publikum. Mit dem starken "Embedded" ist - wie auch schon bei den beiden anderen Support-Bands - nach rund 30 Minuten Schluss.




Mittlerweile ist es im Grünspan brechend voll geworden. Tropenhitze, sowie Gedränge und Geschiebe ohne Ende, lassen schnell den Wunsch nach einer größeren Halle laut werden. Doch das ist jetzt und hier erstmal egal - LAMB OF GOD stehen in den Startlöchern, und starten nach dem Intro mit einem vielumjubelten "In your words" den heutigen Siegeszug. Sänger Randy Blythe wirbelt dabei unaufhörlich über die Bühne, und das Saitentrio haut den fettesten Sound des heutigen Abends raus. Mit Hits wie "Walk with me in hell" oder "Ruin" kann die Truppe aus Richmond natürlich mit Leichtigkeit punkten. Unterstützt von einer wirklich guten Lichtshow (u.a. mit bunten Strobos) wird dieser Auftritt schnell zur reinsten Freude. Die absolute Textsicherheit des Publikum wird nicht nur bei Titeln wie "Now you've got something to die for" unter Beweis gestellt, und musikalisch ist man zwischendurch immer wieder herrlich thrashig. Wie jedes großartige Konzert ist natürlich auch dieser Auftritt wieder viel zu früh zu Ende, und man verabschiedet sich mit dem zwischendurch rasend schnellen "Contractor". Der Zugabenteil startet mit dem eher ruhig und schleppend beginnenden "Vigil", das im weiteren Verlauf fast schon Slipknot-artig ausbricht, und gipfelt im abschließenden fantastischen Doppelpack bestehend aus "Redneck" und "Black label".
Das war heute ein amtliches Konzert allererste Güte. Und sollte man die Musik von Lamb Of God beschreiben müssen - es ist ganz einfach: Pure Americal Metal!



Setlist - Lamb Of God

In your words
Set to fail
Walk with me in hell
Now you've got something to die for
Ruin
Hourglass
Dead seeds
Blacken the cursed sun
Grace
Broken hands
Laid to rest
Contractor

Vigil
Redneck
Black label



Text & Fotos: Marco Zimmer