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Machine Head, 26.01.2010

Hamburg - Grosse Freiheit 36
Support: Caliban, Bleeding Through

Nach drei Jahren kommt die Tour rund um das letzte Machine Head-Album "The blackening" so langsam zum Ende, doch vorher schaut die Band um Robert Flynn noch in "good old Germany" vorbei.
Dass im Vorfeld nicht alles so ganz glatt lief, beweist die Tatsache, dass die ursprünglich als zweiter Support geplanten All Shall Perish die Deutschland-Tour komplett absagen mussten, und der Co-Headliner Hatebreed krankheitsbedingt zumindest die erste Hälfte der Dates. Ersetzt wurden sie bei diesen Terminen - wie auch heute in Hamburg - von Deutschlands Metalcore-Flagschiff Caliban...


 

Der kalifornische Sechser BLEEDING THROUGH eröffnet den heutigen Abend - trotz einer Band weniger - überpünktlich um 18.30 Uhr. Die Herren (und eine Dame am Keyboard) servieren eine teils recht aggressive Mischung aus Metalcore, Hardcore und Death Metal. Das scheint heute Abend zwar ganz gut ins Programm zu passen, aber so richtig will noch keine Stimmung aufkommen. Vereinzelte Circlepits mit kaum mehr als zehn Leuten kreisen im sich langsam füllenden Club. Nach Songs wie dem starken "Kill to remember" endet das halbstündige Set wie im Fluge. Ein wirklich solider Auftakt in den heutigen Abend.




Den Auftritt von CALIBAN beschreibt man am besten so: Sie hatten eigentlich keine Chance, haben aber das Beste draus gemacht. Hatebreed ersetzen zu "müssen" ist eine wahrlich undankbare Aufgabe, und so scheint auch nicht unbedingt jeder im Publikum mit diesem recht kurzfristigen Wechsel im Billing einverstanden zu sein. Doch die Truppe um Fronter Andy Dörner ist routiniert genug, um sich dieser Herausforderung zu stellen, und in 40 Minuten wieder einmal ein Hitfeuerwerk abzubrennen. Nach dem klasse Opener "Love song", und gewohnt starken Songs wie "No one is safe" (inklusive Wall of Death), "Caliban's revenge" (mit dem ersten Crowdsurfer des Abends), bedankt man sich mit den ersten Takten von "Davidian" bei Machine Head, und sehr zur Freude (und Überraschung) der anwesenden Hatebreed-Fans knallt man noch eben den Hatebreed-Song "Before dishonor" raus! Starke Sache, und unter'm Strich ein Arbeitssieg für Caliban.



Die Umbaupause nach Caliban scheint nicht enden zu wollen, die "Machine Fucking Head!"-Rufe werden zunehmend lauter, und nach dem Intro starten MACHINE HEAD mit "Clenching the fists of dissent" in den heutigen Abend. Dumm nur, dass bereits nach wenigen Takten die komplette Lichtanlage ausfällt, und erst gegen Ende des Songs wieder läuft. Robert Flynn & Co scheinen davon zwar nicht wirklich begeistert zu sein, aber das Publikum stört das nicht wirklich. Bereits beim folgenden "Imperium" macht sich ein gigantischer Circlepit auf den Weg, der einem das Gefühl gibt, als würde sich der ganze Laden drehen. Die Ankündigung, dass heute auch viel "old shit" (O-Ton) und rares gespielt wird, sorgt für strahlende Gesichter im Publikum. "Spine" sorgt mit seinem tiefen und wummernden Bass und der leichten Nu Metal-Schlagseite für entsprechendes Hüpfen und Springen im ganzen Laden, während auf den oberen Rängen getanzt wird. Machine Head widmen Hatebreed heute zwar auch einen Song, spielen im Gegensatz zu Caliban aber einen eigenen: "Aesthetics of hate". Wer jetzt immer noch still stehen sollte, wacht dann spätestens beim folgenden "Old" auf. Sänger/Gitarrist Robert Flynn kommt heute besonders sympathisch rüber, bedankt sich fortwährend bei allen und jedem, und mit dem gigantischen Doppelpack "Bulldozer"/"Struck a nerve" ist der offzielle Teil zu Ende, wobei man sich aber auch nicht allzu lange zur Zugabe bitten lässt. "Halo" hat sich dabei schon zu einem wahren Klassiker gemausert, und beim abschließenden "Davidian" gibt es endgültig kein Halten mehr. 100 Minuten Machine Head bedeuten 100 Minuten pure Energie, verdammt starke Songs aus 16 Jahren Bandgeschichte, und eine bestens aufgelegte und spielstarke Truppe ... und der Beifall will irgendwie gar nicht so recht enden ...




Setlist - Machine Head

Clenching the fists of dissent
Imperium
Beautiful morning
Spine
The blood, the sweat, the tears
None but my own
Seasons wither
Aesthetics of hate
Old
The burning red
Exhale the vile
Bulldozer
Struck a nerve

Halo
Davidian



Text & Fotos: Marco Zimmer