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Pro-Pain, 12.11.2010

Pro-Pain, My City Burning, Resistance, Drone, Vengince
Oldenburg - Amadeus

So manch einer wird sich verwundert die Augen gerieben haben, als es hieß, dass Pro-Pain (ja, genau die!) während ihrer aktuellen Tour einen Abstecher in unser beschauliches Oldenburg machen würden.
Keine Frage, da besteht Anwesenheitspflicht, die durch +/- 250 Zahlende im Oldenburger Amadeus bestens untermauert wurde.


 

Leider verpasse ich den Opener VENGINCE - Geld verdient sich eben nicht von selbst. Mein Opener heißt somit DRONE, die für diesen Termin noch mit ins Billing gerutscht sind, und nach eigener Aussage zu betrunken waren (sind?!), und ihr Merchandising vergessen haben. Der amtlichen Vorstellung der Jungs aus Celle mit engagiertem Stageacting tut das aber keinen Abbruch, und der moderne Groove-Thrash sorgt für erste Bewegung vor der Bühne - "Welcome to the pit" passt da natürlich super.
Durch ihr 2008er Album "Two sides of a modern world" waren mir die Belgier von RESISTANCE noch ein Begriff als eher old schoolig veranlagte Deathcore-Band. Ein entsprechend harter Brocken rollt dann auch über die Anwesenden hinweg. Nicht nur die vereinzelten Beatdowns sind echt derbe, sondern erst recht die Blastattacken ("Requiem" - Hölle!). Da steckt definitiv mehr Death Metal drin, als man in diesem Tour-Package erwartete. Sänger Xerus röhrt wie ein Elch, und zeigt sich mit seiner Truppe - entsprechend ihrem Song "We can fight" - bereit, neue Fans zu gewinnen.

Drone  Resistance 


Nicht wirklich gewonnen, aber zumindest enorm überrascht hat mich dann der Co-Headliner. "We are MY CITY BURNING from Amsterdam" - da war mir auch klar, warum mir die Band so ultra-sympathisch vorkam. Denn musikalisch lässt das Quartett gar nichts anbrennen und ballert seinen meist mit Bleifuß vorgetragenen Classic Hardcore mit Metal-Prise mit packender Dynamik ins Amadeus. Entsprechend hat der Mini-Pit auch ordentlich Körpereinsatz zu vermelden. Ein kurzes, aber sehr energiegeladenes Vergnügen!

My City Burning   


Doch jeder wartete nur auf die mächtigen PRO-PAIN, die den Schreiberling mit ihrem aktuellen Album "Absolute power" ganz schön wach gerüttelt haben. Die folgenden 70 Minuten setzen diesen Vorgang entsprechend fort. Was Gary Meskil und seine Mannen der Meute entgegen wirft, ist eine einzige Wall Of Sound, die mit unbändiger Energie einfach alles zerschlägt. Im hinteren Teil des Amadeus stehen die Fans gezwungenermaßen dicht an dicht, während vor der Bühne ein amtlicher Pit wütet - und das über die gesamte Distanz, vom Opener "Restrained", bis zu den letzten Tönen von "Time will tell". Die hauseigene Security und ein Pro-Pain-Crewmitglied sorgen zumindest vernünftig für die nötigen Puffer. Der "brüllende Felsen" Gary Meskil selbst bleibt auf der Bühne zwar etwas wortkarg (die erste Set-Hälfte geht fast nahtlos durch), ist aber sichtbar angetan vom Oldenburger Feedback, und bleibt nach dem Gig noch für einige Shake-Hands am Bühnenrand stehen. Diese Band in die mega-metal-Heimat zu holen, war auf jeden Fall ein voller Erfolg!

Pro-Pain 



Text & Fotos: Siegfried Wehkamp