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War From A Harlots Mouth, 05.03.2010

Bremen - Tower
Support: Arsonists Get All The Girls, Salt The Wound, A Plea For Purging



Gipfeltreffen von vier Bands mit teils recht komplizierten Bandnamen. Für ihre "They come in shoals"-Tour haben sich die Berliner WAR FROM A HARLOTS MOUTH drei Bands aus den USA als Unterstützung geholt, allen voran ARSONISTS GET ALL THE GIRLS.
4x extremer, moderner Metal. Das dürfte im kleinen Tower in Bremen in Anbetracht des heute zurückgekehrten Winters für die nötige Hitze sorgen.


 



Da ich noch im Interview mit War From A Harlots Mouth stecke, verpasse ich einen Teil vom Opener - A PLEA FOR PURGING - bekomme aber dennoch ausreichend Eindrücke des Quintetts aus Nashville/Tennessee mit. Blickfang ist natürlich Fronter Andy, der vermutlich soviel Gewicht auf die Waage bringt, wie der Rest der Band zusammen. Musikalisch liefert man die volle Breitseite Hardcore ab, mit teils guten Riffs, aber eher unspektakulären Songs. Auf jeden Fall ein guter Start in den Abend...



Bei SALT THE WOUND steigert sich dann allmählich das Interesse des Publikums (der erste kleine Circlepit), und der Club füllt sich so langsam. Die Truppe aus Cleveland bewegt sich musikalisch irgendwo zwischen Job For A Cowboy und The Black Dahlia Murder, und klingt trotz aller Härte dennoch sehr variationsreich. Mit Songs wie "Take a bow" kann man heute ordentlich punkten.
Fader Beigeschmack am Rande: Die Band spielt heute ihr vorletztes Konzert. Das Abschiedskonzert in den USA liegt bereits in der Vergangenheit, und nach dieser Tour löst sich die Band auf. Wirklich schade.



ARSONISTS GET ALL THE GIRLS erweisen sich dann zweifelsfrei als würdige Co-Headliner. Die recht eigenwillige Mixtur aus Death-/Mathcore, in Verbindung mit zuckersüßen und progressiven, teils sogar dancefloortauglichen Keyboardeinlagen, sorgen für Schmunzler und ordentlich Stimmung. Der kleine Club wird so langsam zum Tollhaus, die Truppe agiert bestens aufeinander eingespielt, und Fronter Jared Monette (Sänger Nr. 4 bei gerade mal drei Alben), tauscht mitten im Set auch schonmal sein Mikro gegen den Platz hinter den Drums. Coole Sache, und eine wirklich interessante Truppe.



Über WAR FROM A HARLOTS MOUTH braucht man jetzt eigentlich kaum Worte zu verlieren. Das ist heute eine absolute Glanzleistung, die der Fünfer hier abliefert. Der Laden ist mittlerweile gut gefüllt, vor der Bühne herrscht das reinste Gedränge, und der eine oder andere Fan in der ersten Reihe erweist sich als so textsicher, dass man nicht selten das Mikro von Sänger Nico Webers (ex-The Ocean) vor die Nase gehalten bekommt. Und speziell ihn scheint die heutige überaus positive Resonanz ohnehin sehr zu freuen, denn er kommt teilweise aus dem Grinsen nicht mehr heraus, und bedankt sich immer wieder beim Publikum ("schön zu sehen, dass so viele Leute auf so einen extremen Sound stehen!") Ja, Recht hat er. Der Sound ist wirklich extrem. Death-/Grind-/Math-irgendwas-core, mit einem Schuss Death Metal, und vereinzelten, auflockernden Jazz(!)-Einlagen. Das kommt beim überwiegend jungen Publikum bestens an, und beim großartigen (und nur 1.20 Minuten langen) "If you want to blame us for something wrong, please abuse this song" findet dann auch eine Wall of Death ihren Weg ins Publikum.
Ein fantastischer Abschluss eines wirklich guten Abends.



Text & Fotos: Marco Zimmer