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Within Temptation, 11.04.2010

Groningen/Niederlande - De Oosterpoort


Ein halbes Jahr nach ihrem Album "An Acoustic Night at the Theatre" gehen Within Temptation auf eben diese Akustik-Tour, und geben wenige ausgewählte Konzerte in großen Theatern, allerdings ausschliesslich in den Niederlanden und Belgien. Grund genug, an einem Sonntag Abend ins benachbarte Groningen zu fahren...


Nach einem Rockkonzert - egal, ob nun akustisch oder nicht - sieht es anfangs nicht wirklich aus. Der wunderschöne, und seit Monaten ausverkaufte De Oosterpoort im niederländischen Groningen ist bis vor die Bühne bestuhlt, also Sitzpflicht - das muss man dann wohl zähneknirschend akzeptieren. Und wenn das allgemein vorherrschende Getränk heute nicht Bier, sondern Kaffee ist, dann fühlt man sich eher an einen sonntäglichen Kaffeeklatsch erinnert.

Die Bühne lässt bereits einen entspannten Konzertabend vermuten: 4 weiße, antike und anmutige Stühle stehen nebst diversen Akustikgitarren auf der Bühne. Beim beginnenden Opener "Towards the end" wird dann erst die ganze Pracht der Bühne deutlich: Hinter der Band hängt ein glatter hauchdünner Vorhang, hinter dem wiederum noch drei weitere Musiker stehen, die für Cello, Geige und Percussion zuständig sind - also insgesamt 9 Musiker auf der Bühne. Auf diesen Vorhand werden im Laufe des Abends teils faszinierende Bilder projeziert, die zusammen mit der wundervollen und perfekt inszenierten Lichtshow, dieses Konzert auch zu einem fantastischen visuellen Erlebnis werden lässt. Sharon den Adel ist heute wieder bildhübsch im weißen Hochzeitskleid unterwegs, und präsentiert sich stimmlich von ihrer besten Seite. Bei Songs wie "Caged" oder "Stand my ground" fällt es nicht nur mir ziemlich schwer, sitzen zu bleiben, aber Abhilfe naht: Nach "All I need" werden die weißen Stühle schnell von der Bühne geholt, die Akustik-Gitarren gegen E-Gitarren ausgetauscht, und beim folgenden "The heart of everything" wird dann zu 100% genau so gerockt, wie man es von Within Temptation kennt. Die bis hierhin ohnehin fantastische und irgendwie sehr intime Stimmung gipfelt jetzt in einem ersten Ausnahmezustand, denn es reißt den gesamten Saal aus den Sitzen - alles steht, klatscht und singt. Das hätte ich bei einem Akustik-Konzert so nun nicht erwartet. Ebenso, wie die niederländische Ansage, die vermutlich zum Inhalt hatte, dass man jetzt eine 30minütige Pause (!) macht - typisch Theater eben.
So rockig der erste Teil des Abends endete, genau so rockig fängt der zweite Teil mit "Jillian" auch wieder an. Mit "Angels" und "Memories" wird es dann nach und nach wieder etwas ruhiger, und mit "Memories" geht es dann wieder gänzlich akustisch und meist im Sitzen (sowohl auf der Bühne, als auch im Publikum) weiter. Mit dem starken "Hand of sorrow" wird dann das rockige Ende eingeleitet, und das abschliessende "Mother earth" führt zum nächsten überwältigenden Stimmungsschub. Der offizielle Teil ist zwar zu Ende, aber schon wenig später folgen mit "Our solemn hour" und "Ice queen" die beiden Zugaben, die vom Publikum - zwischen 10 und 50 Jahren - frenetisch umjubelt werden.
Das war heute einmal mehr ein fantastischer Konzertabend. Ein absolut großartiges musikalisches und auch visuelles Erlebnis, einer nach wie vor überragenden Band. Für so einen Kaffeeklatsch bin ich immer wieder zu haben...



Setlist (* = akustisch)

Towards the end*
Pale*
Caged*
Stand my ground*
Somewhere*
The cross*
Frozen*
All I need*
The heart of everything

Jillian
Angels
Forgive
Memories*
Utopia*
What have you done*
Hand of sorrow
Mother earth

Our solemn hour
Ice queen



Text: Marco Zimmer