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 | Deicide, 06.07.2011 |
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Bremen, Tivoli Support: Belphegor, Hour Of Penance, The Amenta
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"Das glaube ich erst, wenn Glen Benton wirklich auf der Bühne steht." Ja, ich war doch etwas skeptisch, als diese Tour angekündigt wurde. Doch die weiterhin aktive Werbung des örtlichen Veranstalters AH-Entertainment erleichterte die Fahrt ins benachbarte Bremen doch erheblich. Knapp 300 Zuschauer sahen das wohl ähnlich.
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Der Opener THE AMENTA hatte von allen die weiteste Anreise - Australien. Und da man ja nicht alle Tage nach Europa übersetzt, will man natürlich eine gute Visitenkarte abgeben. Nun, das haben sie … irgendwie. Ihre Mischung aus ekligem Black Metal, atonalem Death Metal und einem teilweise apokalyptischen Industrial-Flair ist nicht leicht verdaulich. Dabei legt der Fünfer sehr hypnotisch los, doch wirkt jedes Mal chaotischer, wenn auf's Gas getreten wird. Aber das Gesamtbild ist stimmig, man nimmt Sänger Cain Cressall seine leicht psychotische Art sofort ab und somit finde ich diesen derbe kranken Stoff unerklärlicherweise sogar ein wenig interessant.
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Bei den Italienern von HOUR OF PENANCE braucht man nicht lange überlegen. Das Quartett ist Death Metal durch und durch und legt gleich mal los wie die Feuerwehr. High Energy Death Metal mit technischem Anspruch, der definitiv auf Einflüsse von Morbid Angel, Hate Eternal und Nile zurück zu führen ist. Das freut natürlich speziell diejenigen, die für den Headliner angereist sind. Ein gutes Dutzend schwingt die Matten sogar zu noch unveröffentlichtem Stoff wie "Salvation through scorn" und mir rammt das fiese "Adversary of bigotry" seine mächtige Faust in die Magengegend. Aua und Danke!
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"Aua" gab es bei den BDSM-Satanisten von BELPEHGOR dann nicht in sexueller, sondern nur in musikalischer Hinsicht. Hier wurden keine Sklaven gedemütigt und auch keine Hintern versohlt. Der Einzige, der irgendetwas verhaut, ist der Drummer. Unglaublich, wie höllisch präzise und technisch geil sich die Österreicher auf der Bühne präsentieren - immer wieder unterschätzt. Dazu hat man mit Hellmuth einen pathos-geschwängerten Zeremonienmeister, der mit seiner selbstsicher zwischen Wahnsinn und Klamauk tänzelnden Art das Bremer Publikum gekonnt aus der Reserve lockt. Black/Death Ungetüme wie "Lucifer incestus", "Bondage goat zombie" oder das endgeile "Impaled upon the tongue of sathan" sorgen heute Abend für dunkle Stimmung im Tivoli.
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Der Teufel der Death Metal-Szene ist alt geworden. Glen Benton hat zwar immer noch ein Organ für Drei und auf seinem Bass-Gurt prangert riesig "Christ Killer", doch mit Wohlstandsplauze, Jeans und seinem Schlendern über die Bühne hat er heutzutage eher etwas von einem gemütlichen Brummbär. Dieser hatte zu Anfang auch noch eine gewisse gute Laune, die ihm nach dem ersten Drittel aber irgendwie flöten ging. War ihm das Publikum nicht enthusiastisch genug? In den ersten Reihen wütet immer wieder ein Pit. Nun, die neuen Songs von "To hell with god" kommen natürlich nicht so gut an wie die unsterblichen Klassiker (die Setlist war doch gut). Aber auch das Publikum ist etwas in die Jahre gekommen und schaut sich seinen alten Helden an einem Mittwochabend lieber in Ruhe an, als sich die Nackenwirbel am nächsten Morgen wieder vom Chiropraktiker einrenken zu lassen. Warum ich so zynisch schreibe? Weil ich das Gefühl nicht loswerde, Band und Fans hätten etwas mehr aufeinander zugehen können. Jack Owen (ex-Cannibal Corpse) und Ralph Santolla (auch Obituary) haben zwar wirklich spielerische Gaben, darüber hinaus ziehen sie ihr Ding aber ziemlich emotionslos durch. Der Einzige, dem ich das Feuer im Herz anmerkte, war Drummer Steve Asheim, um dessen Kit ich ein ums andere Mal echt Angst hatte. Wer die ersten vier Songs in einem Zug so wuchtig runter holzt, darf sich gerne mal selbst auf die Schulter klopfen. Fazit ohne weitere Erklärung: Mit Augen zu war es eine brutale Lehrstunde (im doppelten Sinne, weil genau 60 min.) in Sachen Death Metal.
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Setlist - Deicide
Homage for satan Dead by dawn Once upon the cross Scars of the crucifix When satan rules the world Serpents of the light Hang in agony until you're dead Conviction Children of the underworld Dead but dreaming Witness of death Desecration Into the darkness you go Kill the Christians Lunatic of god's creation Sacrificial suicide
Text & Fotos: Siegfried Wehkamp
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