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Exhumed, 09.10.2011

Osnabrück, Bastard Club
Support: Cephalic Carnage, Fleshworks

Sonntag Abend und kaltes Schmuddelwetter - eigentlich egal, wenn zwei amerikanische Bands dieses Kalibers den Osnabrücker Bastard Club aufsuchen, aber vermutlich ist genau das der Grund für den doch etwas mageren Zuspruch an diesem Abend.

Als die Lokalmatadoren von FLESHWORKS pünktlich loslegen, haben sich vielleicht 25/30 Leute im Club eingefunden, die der Truppe aber nur bedingt Aufmerksamkeit schenken und Sänger Dirk Frenking's "blut"verschmierte Schlachterschürze und sein großes Plastik-(?)Messer wirken eher unfreiwillig komisch. Wenn man die Truppe - so wie ich - bisher nicht kannte, dann fällt eigentlich kaum auf, dass man heute krankheitsbedingt nur mit einem Gitarristen auf der Bühne steht. Geboten wird ordentlicher Death Metal amerikanischer Prägung und gegen Ende des 30-minütigen Sets kommt beim groovigen "Blood sculptures" zumindest ein Funke von Stimmung auf und immerhin 3 Leute können sich für einen Circlepit begeistern.


 

Da sich in der Umbaupause fast alle Leute nach draußen verzogen haben, stehen CEPHALIC CARNAGE anfangs vor kaum zehn Leuten auf der Bühne und scherzen - bevor es überhaupt losgeht - bereits herum: "Thank you, good night!" ... schallendes Gelächter bei den wenigen Anwesenden! Ja, die Truppe aus Denver/Colorado erweist sich auch im weiteren Verlauf als recht amüsant. Da wird dann schonmal ein Titel mit den Worten angekündigt, dass man eben diesen Song seit 1972 nicht mehr live gespielt hat (schon klar!) oder man philosophiert pausenlos darüber, dass man gerne mal einen raucht (einen, nicht eine) und unterhält das Publikum mit kuriosen Stories rund um dieses Thema. Aber auch die Musik kommt natürlich nicht zu kurz. Mittlerweile haben sich rund 60/70 Leute im Club eingefunden (womit auch die heutige Höchstmarke erreicht ist). Songs wie das massive "P.G.A.D." ballern einem förmlich um die Ohren. Technisch alles absolut einwandfrei, aber ich werde mit dem Sound manchmal ein wenig überfordert. Mit dem düsteren "Black Metal Sabbath" und den dazu getragenen Masken kann man nochmal ordentlich beim Publikum punkten, das insgesamt aber doch eher etwas zurückhaltend ist.

Cephalic Carnage 



Auch bei EXHUMED braucht es ein paar Songs, bevor das etwas träge wirkende Publikum wach wird. Nach dem eröffnenden Doppel vom aktuellen Album - dem Titelsong + "Death knell" - sowie dem starken "Waxwork", gibt es erst bei "In the name of gore" die ersten Bewegungen vor der Bühne in Form von einem Mosh-/Circlepit. Der Schwerpunkt liegt heute natürlich auf dem aktuellen Album "All guts, no glory", das gleich mit sieben Songs berücksichtigt wird. Fans von älteren Material müssen sich etwas gedulden, bevor es mitten im Set ein 90er-Jahre Doppelpack bestehend aus "Torso" und "Limb from limb" - gefolgt von einem längeren Gitarrensolo - zu hören gibt. Jetzt werden auch ein paar der "älteren" Fans wachgerüttelt, obwohl Fronter Matt Harvey immer wieder mal nachfragen muss, "are you still alive or what?". Schade eigentlich, denn eine Band, die seit mittlerweile 20 Jahren unterwegs ist und eine Vielzahl an Veröffentlichungen vorweisen kann, hätte dann doch etwas mehr Zuspruch verdient. Auffällig im knapp einstündigen Set des Vierers ist vor allem Drummer Matt Connell, der sich scheinbar schwindelig spielt und wirklich alles rücksichtslos niederpflügt. Trotzdem halten sich die "Zugabe!"-Rufe etwas in Grenzen, aber für beiden finalen Songs "Open the abscess" und "Decrepit crescendo" kehrt die Truppe nochmal auf die kleine Bühne zurück. Ein insgesamt wirklich guter Auftritt, der vor vollem Haus und mit einem partywilligeren Publikum vermutlich richtig eingeschlagen hätte.

Exhumed 



Selist - Exhumed

All guts, no glory
Death knell
Necrotized
Waxwork
As hammer to anvil
In the name of gore
Slaughtercult
Torso
Limb from limb
I rot within
Through cadaver eyes
Distorted and twisted to form

Open the abscess
Decrepit crescendo



Text & Fotos: Marco Zimmer