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Facebreaker, 13.05.2011

Cloppenburg, Bebop
Support: Fallen Saints, Battue


Dass die schwedischen Deather FACEBREAKER ausgerechnet im beschaulichen Cloppenburg (zwischen Oldenburg und Osnabrück) Halt machen, ist schon etwas ungewöhnlich. Und dass die "Musik- und Kulturkneipe Bebop" den rustikal-gemütlichen Charme einer Dorfkneipe versprüht, verleiht diesem Abend erst recht eine besondere Note.
Für Konzertbesucher wie mich, die am nächsten Morgen wieder früh raus müssen, ist es allerdings etwas "suboptimal", dass der Konzertbeginn spontan von 20 Uhr auf 21.15 Uhr verschoben wird. Ich sehe es aber natürlich ein, dass es wenig Sinn macht, die erste Band des Abends bei anfangs kaum 20 Leuten auf die Bühne zu schicken...



Den heutigen Abend eröffnen BATTUE aus dem ostfriesischen Aurich. Ihr Death/Thrash-Mix weiß durchaus zu gefallen und so finden sich pünktlich zum Opener "You're dead before you die" auch gleich einige Headbanger in der ersten Reihe ein, die den rund 40-minütigen Auftritt haareschwingenderweise begleiten. Die Truppe um Fronter Gerrit Ihnen kann auf musikalischer Ebene zwar durchaus überzeugen, aber der zweistimmige Gesang ist irgendwie nicht so ganz mein Fall. Trotzdem findet nicht nur der neue Song "Slave of fate" entsprechenden Zuspruch.
Einziger Wehrmutstropfen ist der ziemliche leere Laden, in dem sich bis jetzt vielleicht 40-50 Leute eingefunden haben. Schade.

Heimspiel für FALLEN SAINTS (deren Fronter Oli Meyer wir den heutigen Abend zu verdanken haben). Wirklich voller wird's trotzdem leider nicht. Bei manchen Songs stehen gerade mal 5 Leute vor der Bühne, während sich der Rest der Gäste an der großen Theke aufhält. Davon lassen sich Fallen Saints aber nicht beirren, und ziehen ihr überraschend starkes Set unbeeindruckt durch. Der massive Death Metal, der gekonnt zwischen Brachialität und melodischen Parts wechselt, zieht im weiteren Verlauf mehr und mehr Leute vor die Bühne, Fronter Oli begibt sich zum Singen auch schonmal vor eben diese Bühne, und kann mit ein paar amüsanten Ansagen durchaus punkten ("wenn ich singen könnte, wäre ich bei DSDS"). Musikalisch überzeugt nicht nur "A deeper kind", das in seinen Midtempo-Passagen durchaus an Obituary erinnert. Klasse Auftritt.


 

Die Hoffnungen, der Laden würde sich bei FACEBREAKER noch weiter füllen, verlaufen leider im Sande. Mehr als 70-80 Leute finden sich hier und heute nicht ein, womit der Laden kaum zur Hälfte gefüllt ist. Trotzdem ist die Stimmung gleich beim eröffnenden Doppelschlag "Cannibalistic"/"Torn to shreds" ganz vorzüglich. Fronter Roberth Karlsson haut massivste Death-Growls heraus, die Drums sind präzise und wuchtig, und bei der Saitenfraktion sticht besonders Gitarrist Mika Lagreen hervor, der ein ums andere Mal atemberaubende Soli abliefert. Genau so muss klassischer Death Metal der alten Schule klingen. Die Setlist bedient die letzten beiden Alben "Infected" (2010) und "Dead, rotten & hungry" (2008) gleichermaßen, wobei gerade der Titelsong des letztgenannten, sowie das abschließende "Slowly rotting" nochmal für ordentlich Dampf sorgen. Das sind die Momente, wo man sich wünscht, (wieder) lange Haare zu haben ... überall kreisen die Mähnen ...
Der Zugabenteil besteht zwar nur aus "Walking dead", aber die Schweden lassen sich noch zu einem weiteren und außerplanmäßigen zweiten Song hinreißen, und so kommen alle Freunde des 2004er Debütalbums "Bloodred hell" mit dem starken "Crushed" auch noch auf ihre Kosten. Ein absolut gelungener und rundum starker Auftritt, der mit seinen 50 Minuten allerdings gerne viel länger hätte ausfallen dürfen..

Facebreaker 



Setlist - Facebreaker

Cannibalistic
Torn to shreds
Burner
Epidemic
Bloodthirst
The awakening
Mankind under siege
Creeping flesh
Soul eater
Dead, rotten and hungry
Slowly rotting

Walking dead
Crushed



Text & Fotos: Marco Zimmer