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Neaera, 28.10.2011

Oldenburg, Amadeus
Support: War From A Harlots Mouth, Elegy Remains

Mittlerweile entwickelt sich die "metallische Grauzone Oldenburg" mehr und mehr zu einer durchaus wichtigen Adresse im Tourkalender diverser Bands - und das ist natürlich auch gut so!
Heute stehen mit Neaera aus Münster und War From A Harlots Mouth aus Berlin gleich zwei hochkarätige Bands des modernen und extremen deutschen Metal auf der Bühne.



 

Den Auftakt machen ELEGY REMAINS aus Emden, die mich vor gut zwei Monaten bereits im Vorprogramm von Kataklysm überzeugen konnten. Ihr Metalcore ist wirklich klasse und für eine lokale Band wirkt das Bühnenbild bzw. Bühnenacting extrem routiniert. Erstaunlich vor allem, dass eine Band, die mit über 80 km Anfahrt nun auch nicht so wirklich lokal ist, trotzdem so viele Leute mobilisieren konnte. Was da vor der Bühne abgeht (Circlepits, Wall of Death - das volle Programm), ist echt beeindruckend. Klasse Auftakt.

Auf WAR FROM A HARLOTS MOUTH freue ich mich heute ganz besonders und hoffe insgeheim, dass sich die Jungs vielleicht sogar als heimlicher Headliner entpuppen könnten. Doch diese Hoffnung zerplatzt schon recht früh wie eine Seifenblase. Keine Ahnung, was hier los ist, aber die Stimmung im Publikum ist kaum mehr als okay (da war sogar bei Elegy Remains teilweise mehr Bewegung im Pit). Führen wir das also mal darauf zurück, dass speziell wegen WFAHM heute scheinbar nicht so wirklich viele Leute gekommen sind (obwohl das Amadeus mit rund 200 Besuchern gut gefüllt ist). Trotzdem passiert in den ersten Reihen natürlich so einiges und Sänger Nico ist nun auch sowieso dafür bekannt, dass er regelmäßig den Kontakt zum Publikum sucht. Die starke Setlist (u.a. "To age and obsolete", "Crooks at your door", "Uptown girl") eines energiegeladenen Sets, findet nach knapp 35 Minuten im finalen "If you want to blame us for something wrong, please abuse this song!" ihren Höhepunkt. Eine vorzügliche Liveband, die heute mehr Fans im Publikum verdient hätte.

War From A Harlots Mouth 



In den folgenden 60 Minuten veranstalten NEAERA - genauer gesagt eigentlich das Publikum - den reinsten Abriss! Von der ersten Minute an, herrscht im Amadeus der absolute Ausnahmezustand und die beiden Ordner (rechts und links der kleinen Bühne) haben zwischenzeitlich Mühe, die Boxentürme festzuhalten, die immer wieder mal bedrohlich ins Schwanken geraten (die Halloween-Deko ist zuvor bereits den Crowdsurfern zum Opfer gefallen). Von Bands dieser Größenordnung haben Neaera vermutlich einen der sympathischsten Frontmänner. Benny scherzt zwischen den Songs sowohl mit seinen Bandkollegen, als auch mit dem Publikum und zeigt sich mehrmals sichtlich total begeistert davon, dass hier von Anfang an so eine Bombenstimmung herrscht (soviel zum Thema kühle Norddeutsche). Und da lässt er es sich natürlich auch nicht nehmen, immer wieder mal während der Songs zum Stagediven anzusetzen. Ähnlich wie zuvor Nico von WFAHM ist auch Benny einer dieser Fronter, die scheinbar den direkten Kontakt zum Publikum brauchen und auch regelrecht suchen. Ich habe Neaera nun schon wirklich ein paar mal live gesehen, aber dieser Auftritt heute war die explosivste und genialste Show der fünf Münsteraner, die ich jemals gesehen habe, und die mit dem großartigen Zugabenteil ("Synergy" und "Walls instead of bridges") leider viel zu schnell zu Ende ist.

Neaera 



Setlist - Neaera

Heaven's descent
The prophecy
Where submission reigns
Armamentarium
Sirens of black
I loathe
Let the tempest come
Heavenhell
In defiance
Spearheading the spawn

Synergy
Walls instead of bridges



Ein paar weitere Bilder vom Konzert findet ihr auf unserer Facebook-Seite

Text & Fotos: Marco Zimmer