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Suicidal Angels, 01.06.2011

Marx, Tunis
Support: Mentora, Redestruction

Von den Metalfesten in Deutschland, Österreich und der Schweiz direkt in die norddeutsche "Pampa" (O-Ton Kollege Sigi). Griechlands Nummer Eins-Thrasher Suicidal Angels machen heute Halt im kleinen Örtchen Marx mitten in Ostfriesland. Der Zuspruch für dieses Konzert hält sich mit knapp 100 Besuchern leider eher in Grenzen. Die genauen Gründe dafür bleiben einmal mehr ein Rätsel...


 



Gähnende Leere vor der Bühne und kaum 30 Leute im hinteren Bereich der rustikalen Dorfdisko, als REDESTRUCTION aus Leer den Abend eröffnen. Der Thrash Metal des Trios geht zwar absolut in Ordnung, aber mehr als ein sehr verhaltener Applaus und vereinzeltes Kopfnicken im Publikum ist heute nicht drin. Irgendwie bezeichnend für diesen Auftritt ist die abschließende Ansage von Sänger Robin de Winter: "Wir kommen dann auch zum Ende des Sets. Wir wollen euch ja nicht zu lange langweilen". Als Opener soweit ganz nett...

Bei MENTORA aus Emden sieht es dann schon besser aus. Zwar halten sich die meisten Besucher nach wie vor lieber draußen oder in der Kneipe nebenan (= Raucherraum) auf, aber zumindest finden sich jetzt ein paar Leute vor der Bühne ein, so dass einige Songs von Headbangern in der ersten Reihe begleitet werden. Musikalisch ist das Trio erfrischend variabel. Mit Songs zwischen Thrash, Heavy Metal bis hin zu rockigeren Titeln wie "No mercy" kann die Truppe heute durchaus punkten. Das Publikum belohnt es mit langsam aber stetig steigender Stimmung. Mit dem neuen "Frost of despair" und dem abschließenden "Fire" geht ein mehr als solider Auftritt zu Ende, der durchaus ein paar Höhen hatte - eine davon sicherlich die Stimme von Sänger Andy Boes, der zwiefelsfrei überzeugen konnte.

Bei SUICIDAL ANGELS zieht es dann jeden Besucher in den Club, so dass es zumindest halbwegs gefüllt aussieht. Nach dem Intro steigen die Griechen gleich mit dem starken "Reborn in violence" ein, und spätestens das nachfolgende "Bleeding holocaust" sorgt für den ersten amtlichen Abriss des Abends! Bombenstimmung und lautstarke Textsicherheit der ersten Reihen. Dabei erweisen sich die Songs und auch die Reaktionen im Publikum als erstaunlich abwechslungsreich. Ob ein Moshpit bei "Dead again" oder klassisches Headbangen bei "Beggar of scorn" - hier kommt heute jeder auf seine Kosten.
Und der Vierer gibt sich äußerst sympathisch - ihnen sei es völlig egal, so Fronter Nick Melissourgos, ob sie in einem kleinen Club vor 100 Leuten spielen, oder auf den großen Festivals vor zig Tausenden. Sowas kommt natürlich immer gut an. Nach dem abschließenden "Suicide solution", bei dem die ersten Reihen nochmal alles geben, lässt die Band für eine Zugabe nicht allzu lange auf sich warten. Der Höhepunkt dieser letzten drei Songs - und auch des ganzen Abends - ist zweifelsfrei "Apokathilosis". Erstens DER Hit der Band schlechthin und zweitens holt Sänger Nick einige Fans während des Titels auf die Bühne. Ein überaus Fan-nahes Ende dieses Konzertes einer wirklich sehr sympathischen Band.
Den Hauch einer Kritik würde höchstens die Setlist zulassen: Das aktuelle Album "Dead again" (2010) wurde fast komplett gespielt, während die Zeit vor 2008 lediglich mit dem fast schon kultigen "Vomit on the cross" (vom 2007er Album "Eternal domination") bedacht wurde. Ich hätte mir noch ein paar mehr ältere Songs gewünscht, aber das schmälert den Genuss dieser großartigen einen Stunde Live-Erlebnis keineswegs.



Setlist - Suicidal Angels

Intro: Damnation
Reborn in violence
Bleeding holocaust
Dead again
Violent abuse
Beggar of scorn
Jesus lies
Intro: Exorcism
Search for recreation
The lies of resurrection
Vomit on the cross
The pestilence of saints
Suicide solution

Intro: Ave Satani
Bloodthirsty
Final dawn
Apokathilosis



Text & Foto: Marco Zimmer