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Vomitory, 02.11.2011

Oldenburg, Amadeus
Support: Prostitute Disfigurement, Solace Of Requiem

Es ist wieder einmal einer dieser Konzertabende, an denen man sich fragt, warum so wenig Leute ihren Allerwertesten aufraffen konnten, um dieses geile Package live zu erleben. Das Argument "mitten in der Woche" gilt jedenfalls nicht (mehr) - Konzerte finden nunmal nicht nur samstags statt.
Aber auch mit wenigen Leuten kann das heute trotzdem ein ordentlicher Konzertabend mitten in der Oldenburger Fußgängerzone werden...


 



Nach dem kurzfristigen Wegfall des eigentlichen Openers, müssen SOLACE OF REQUIEM aus Virginia Beach/USA den Abend eröffnen. "Müssen" deshalb, weil im Amadeus gar nichts los ist. Viele Besucher stehen noch draußen herum und kommen erst zu den ersten Takten allmählich herein, so dass letztendlich keine 40 Leute im Laden sind (nicht geschätzt, sondern gezählt), die sich - bis auf wenige Ausnahmen - auch lieber im hinteren Bereich des Clubs aufhalten. Die Band tut mir wirklich Leid. Stimmung und Applaus sind annähernd gleich Null, und das, obwohl der technische und brutale Death Metal der Jungs mit fiesen Geschossen wie "To suffer mortality" oder "Divine punishment" durchaus zu gefallen weiß. Wirklich schade.

Solace Of Requiem 



Bei PROSTITUTE DISFIGUREMENT aus den Niederlanden geht schon etwas mehr. Immerhin finden sich jetzt ein paar Headbanger vor der Bühne ein, die hinteren Reihen rücken ein bisschen näher nach vorne und mittlerweile dürften es jetzt an die 50/60 Leute im Club sein - trotzdem kein schöner Anblick. Die Setlist bedient sich ausgewogen der letzten drei Alben, nur das Debüt "Embalmed madness" (2001) wird lediglich mit "Disemboweled" bedacht - aber das ist auch gar nicht mal weiter schlimm, denn die neueren Sachen der Band gefallen mir ohnehin besser. Anfangs noch sehr grindcore-lastig gewesen, ist man mittlerweile mehr im Death Metal mit Grindcore-Schlagseite unterwegs. Titel wie die mächtigen und bösen "Carnal rapture", "Body to ravage" (der Opener) und das abschließende Doppel "Sworn to degeneracy"/"Freaking on the mutilated" treffen ganz tief in den Magen.

Prostitute Disfigurement 



Als die Schweden von VOMITORY die Bühne betreten, sind dann endlich alle Leute im Laden. Leider sieht's immer noch arg leer aus. Optimistisch geschätzt sind's vielleicht 80 Leute - verteilt auf zwei Etagen - in einem Club, der mehr als das Dreifache fasst. Doch da hilft all das Nörgeln auch nicht weiter. Halten wir einfach fest, dass während des knapp einstündigen Auftritts vor der Bühne reihenweise die Haare geschwungen werden, das Quartett musikalisch mit seinem Death Metal-Mix aus schwedischer Melodie und amerikanischer Brutalität vollends begeistern kann, und auch in Sachen Songauswahl wenig Wünsche offen lässt. Vom aktuellen Nackenbrecher "Opus Mortis VIII" werden ganze fünf Songs ins Publikum gefeuert, wobei sicherlich "Regorge in the morgue" zu einem der Highlights zählt. Freunde der 90er Jahre-Frühwerke der Band müssen sich dagegen mit "Redemption" und "Raped in their own blood" zufrieden geben. Sänger und Bassist Erik Rundqvist gibt sich eher wortkarg, aber die Songs sprechen ohnehin für sich. Eine bestens aufeinander eingespielte Truppe, die dem Publikum mit "Blood rapture" den finalen Todesstoß verpasst. Ganz stark!

Vomitory 



Setlist - Vomitory

The art of war
Regorge in the morgue
Hollow retribution
The dead awaken
Flesh passion
Stray bullet kill
Forever damned
The carnage rages on
Shrouded in darkness
Possessed
Redemption
Hate in a time of war
Terrorize brutalize sodomize

Raped in their own blood
Blood rapture



Text & Fotos: Marco Zimmer