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Full Of Hate
Amon Amarth, 03.11.2006

Georgsmarienhütte - B 51 Eventcenter
Support: Wintersun & Týr



Die Wikinger von Amon Amarth liessen sich ein wenig Zeit, marschieren dann aber punkt 22.30 Uhr in die Schlacht. Und sie tun genau das, wofür sie schon seit Urzeiten berühmt sind: Jede Menge Druck erzeugen und dabei mit einfach herrlich anzuschauendem Synchron-Headbanging glänzen. Das ist Heavy Metal in Reinkultur! Das Eröffnungsdoppel gleicht sich mit der aktuellen CD und als an dritter Stelle schon "Death in fire" ins B51 geknallt wird, tickt das Publikum zum ersten Mal völlig aus. Die Stimmung ist super. Da bräuchte Fronthüne Johan Hegg eigentlich nicht mehr viel animieren. Der macht lieber erst mal ein paar Fotos vom Publikum. Schön, wenn Musiker sich das Mensch-Sein bewahren. Die Ansagen sind einfach und kurz gehalten, die Musik ist eh wichtiger. Und davon gibt es heute abend reichlich. Nur wird sie leider durch einen Soundmann getrübt, der was an den Ohren hatte. Mensch, Amon Amarth leben doch von ihren genialen Melodien und wenn die Gitarren ohnehin schon etwas leiser sind, gehen sie im Doublebass-Gewitter natürlich fast komplett unter. Und das sollte sich auch nicht merklich ändern. Schade, aber das Publikum scheint sich wohl nicht daran zu stören. Egal nach welchem Song, der Beifall ist immens. Und man merkt, daß sich die Amon Amarth-Devise "schön up to date bleiben" bezahlt macht. Die ersten neun (!) Songs kommen allesamt von den letzten drei Alben und insgesamt sechs sind von "With oden on our side". Fans der ersten Stunde werden dafür mit einer fürstlichen Version von "The last with pagan blood", dem auf Fan-Wunsch ausgegrabenen "Once sent from the golden hall" (Killer!) und dem unvermeidlichen Überhit "Victorious march" zum Ende des regulären Sets milde gestimmt.
Ob es an der unglaublichen Intensität der Musik liegt, bleibt unbeantwortet. Aber die Zugaberufe sind doch recht verhalten, gemessen an der vorherigen Stimmung. Aber es kann manchmal so einfach sein. Das Riff zu "The pursuit of vikings" eröffnet den Zugabenteil und lässt die Anwesenden zum zweiten Mal ausrasten. Das dazugehörige Mitgröhlspielchen geht runter wie Öl. Wahnsinn, was sich hier abspielt. "vs. the world" walzt danach alles platt, was sich noch irgendwie auf den Beinen halten kann. Der Gnadenschuss schlechthin. Doch weit gefehlt! Die dickste Überraschung folgt mit dem letzten Song "Gods of war arise" vom neuen Album. Dieser Song ist in musikalischer Hinsicht fast über-perfekt, um einen solch überragenden Abends zu beenden. Das Tempo mobilisiert noch mal die letzten Kräfte und die Gitarren-Harmonien erzeugen eine traurig-schöne Atmosphäre, als wenn man sich von einem guten Freund verabschieden muss. Da muss ich doch glatt mal schlucken. Danke an Amon Amarth für dieses Erlebnis. Wir werden uns wieder sehen. Ihr seid wahrlich willkommene Freunde!



Tex: Siegfried Wehkamp
Fotos: Marco Zimmer

Týr 



Wintersun 



Amon Amarth