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Disturbed, 21.09.2006

Bremen - Aladin
Support: Nevermore


Disturbed auf Tour mit Nevermore - ich möchte mal behaupten, zwei verdammt gute aber auch verdammt gegensätzliche Bands - das darf man sich natürlich nicht entgehenlassen, zumal beide Bands mit ihren jeweils letzten Alben zwei wirkliche Knaller hingelegt haben.
Nachdem das Konzert urprünglich am 16. Mai 2006 geplant war, jedoch wegen einer Erkrankung von Disturbed-Frontman David Draiman um gut ein halbes Jahr verschoben werden musste, war es dann heute endlich soweit.


Das Bremer Aladin füllte sich recht schnell und gut, und den Auftakt des heutigen Abends gab die aus Brighton (UK) stammenden Band The Zico Chain, die auf der britischen Insel schon als Geheimtipp gehandelt wird, und dort zu einer der hoffnungsvollsten Newcomer-Bands 2006 zählt. Und wirklich - die Band kann durchaus überzeugen. Erste Moshpits und "fliegende Haare", und das bei einer - behaupte ich jetzt einfach mal - hierzulande völlig unbekannten Vorband - Respekt! Musikalisch würde ich The Zico Chain irgendwo zwischen "Schweinerock und Schweden" einordnen. Ein bißchen Gluecifer hier, ein bißchen Backyard Babies da, aber dennoch ein durchaus eigener Stil. Ein sehr angenehmer Konzertbeginn.

Auch wenn wir bis zu diesem Zeitpunkt den Abend doch eher etwas gemütlicher angehen ließen, und uns das Treiben vom ebenfalls geöffneten Tivoli aus angesehen haben, aber spätestens jetzt hieß es ab nach vorne, denn: Nevermore standen auf dem Programm!
Man hat während des leider nur rund 45-minütigen Auftrittes durchaus gemerkt, daß ein nicht gerade geringer Teil des Publikums vorrangig wohl wegen Nevermore nach Bremen gekommen war. Spätestens jetzt war im Aladin kaum noch ein Vorwärtskommen möglich. Und auch wenn Nevermore-Fronter Warrel Dane den einen oder anderen Ton mal nicht ganz so sauber getroffen hat...egal...was das Gitarrenduo gezaubert hat, versetze ein ums andere Mal immer wieder ins Staunen. Es war zwar leider keine Zugabe mehr drin, bzw. auch gar nicht vorgesehen, aber alleine das abschliessende mördermässige Triple-Pack, bestehend aus "I, voyager", "Born" und "Enemies of reality" walzte eh alles nieder! Burning down the house! Klasse!

Spätestens in der Umbaupause vor Disturbed rutschte das Durchschnittsalter in den ersten 30 Reihen vor der Bühne rapide ein paar Jahre nach unten. Und auch wenn es Disturbed mittlerweile schon seit 10 Jahren gibt, aber das typische Durchschnitts-Publikum ist dann doch kaum bzw. gerade mal Volljährig.
Disturbed knallten mit "Guarded" dann auch gleich einen der stärksten Songs des aktuellen Albums "Ten thousand fists" der Menge um die Ohren, und zwar gehörig! Die Schlagzeug-Arbeit von Mike Wengren ist einfach furchteinflössend gigantisch und stimmlich ist David Draiman heute sicherlich auf einem absoluten Höhepunkt. Für mich ist er ohnehin einer der besten Sänger, den der Rock-/Metal-Zirkus zu bieten hat!
Die Cover-Version des 80er Jahre-Genesis-Hits "Land of confusion" entpuppt sich als ultimativer "Mitgröhler" und eine DER Partynummern des heutigen Abends!
Leider ist nach knapp einer Stunde bereits Schluß und trotz der guten Stimmung während des ganzen Abends halten sich die "Zugabe!"-Rufe merkwürdigerweise dann auch in Grenzen. Wahrscheinlich kam das Ende so plötzlich und überraschend, daß die meisten Leute damit doch etwas überrumpelt wurden.
Trotzdem kehren Disturbed dann nochmal für zwei weitere Songs auf die Bühne zurück: "Stricken" und natürlich "Down with the sickness"! Ein sehr guter Abschluß, aber alles in allem war es doch ein wenig kurz, und auch wenn das Publikum im Laufe des Konzertes der Aufforderung "Let me see your motherf*cking fists in the air" gerne und bereitwillig nachgekommen war, aber gerade der starke Titeltrack des Albums "Ten thousand fists" fehlte leider im Set.

(maz)