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Fear My Thoughts, 07.10.2006

Westrhauderfehn - Jugend- und Kulturzentrum
Support: Time Has Come


"Wo zum Henker liegt eigentlich Westrhauderfehn?" - das war das Erste, was mir durch den Kopf ging, als ich erfahren habe, dass Fear my Thoughts dort ein Konzert geben werden.
Nachdem mir dann diese Frage beantwortet wurde, machten wir uns auf den Weg - rund 70 km ins Nirgendwo.
Wir waren nun, wie immer eigentlich, überpünktlich vor Ort, um dann nach einer ewigen Warterei so nebenbei zu erfahren, daß die erste Vorband spontan abgesagt hat und der Beginn des Konzertes mal eben um 90 Minuten (!) nach hinten verschoben wurde. Der Abend fängt ja gut an.


Um 21.30 Uhr ist es dann endlich so weit, und Time Has Come betreten die Bühne. Und los geht's: Song 1 - technische Panne - Pause - Song 2 - technische Panne - noch eine Pause ... allmählich sagen wir uns "wären wir mal zu Hause geblieben!".
Als es dann mit der Technik im Jugend- und Kulturzentrum (was übrigens nichts anderes als ein ziemlich heruntergekommenes kleines und altes Haus ist), endlich mal klappt, geht's dann auch zum Glück richtig los. Wobei ich das "zum Glück" auch schon wieder revidieren muss: Gerade in Sachen "kleine" Vorbands ist meine Toleranzgrenze ja immer sehr weit unten angesetzt, aber das, was Time Has Come dort auf der Bühne zum Besten geben, bzw. einer der beiden "Sänger" zieht es sogar vor, mitten im Publikum diverse Moshpits anzuzetteln, ist so ziemlich das Schlimmste, was ich jemals sehen musste! Die beiden "Sänger" grunzen, growlen und röcheln um die Wette, und ich habe mich laufend gefragt, ob da überhaupt irgendein Text vorgetragen wird, oder ob es sich einfach nur um eine Ansammlung von "ahh"- und "ooh"-Lauten handelt.
Den ersten ein oder zwei Reihen der heutigen rund 80/90 Gäste, scheint das alles sogar zu gefallen, naja, man darf natürlich auch nicht vergessen, daß sich kaum mal irgendwelche Bands in dieses Fleckchen Erde hier verirren.
Auf der Homepage der Band steht übrigens: "Call it Hardcore, Grind, Metal, Noise, Mathcore...call it whatever you want!" Ich werde jetzt aus Rücksicht auf unsere Leser NICHT sagen, wie ICH das nennen würde, aber ich war definitiv nicht der einzige, der froh war, als der Spuk nach rund 30 Minuten zu Ende war. Und gegen Ende des Sets noch eben schnell Slayer's "Raining blood" anzuspielen, ist langsam auch nicht mehr wirklich originell.

Umso erfreuter war ich dann, als die ersten Klänge von Fear My Thoughts ertönten. Eine wahre Wohltat für die Ohren. Die Rheinfeldener präsentieren ausschließlich Songs der beiden letzten Alben "The great collapse" (2004) und "Hell sweet hell" (2005), sowie einen Song vom brandneuen Album "Vulcanus", welches voraussichtlich im Januar 2007 erscheinen wird. Während des Konzertes, speziell aufgrund der technisch perfekten Präsentation und der wirklich guten Songs wird schnell klar, warum Fear My Thoughts seit kurzem bei Century Media unter Vertrag stehen.
Die von den ersten Reihen während des Konzertes immer wieder geforderte "Wall of Death" nam Sänger Mathias nur zähneknirschend hin. Die Aussagen "unser Ding isses nicht" und "mir wäre es lieber, ihr würdet aufeinander zulaufen und euch in die Arme nehmen" war natürlich genau das, was die ersten Reihen eben nicht hören wollten. Und so kam es dann auch zu einer sehr kleinen, aber feinen "Wall of Death".
Fear My Thoughts spielten insgesamt eine knappe Stunde, zwar nicht wirklich viel, aber bei einem Eintrittspreis von gerade mal 5 Euro, auf jeden Fall mehr als okay.
Fazit: Ein guter, solider Auftritt von Fear My Thoughts mit Abstrichen beim Sound, alles andere am heutigen Abend war unterstes Niveau. (maz)



Setlist - Fear My Thoughts

In the hourglass
Windows for the dead
Sweetest hell
Edge
My delight
Dying eyes
Tie fighting
Reign
Sadist hour

The great collapse