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Devil Driver, 20.09.2007

Groningen/Niederlande - Oosterport
Support: God Forbid & The Sorrow

Der Oosterpoort im niederländischen Groningen dürfte vermutlich eine der schönsten Konzertlocations sein. Diese Tatsache und das heutige Billing sollten eigentlich für ein volles Haus sorgen, aber pünktlich zum Einlass stehen keine 10 Leute vor der Tür...

Kurz bevor The Sorrow den heutigen Abend eröffnen dürfen bzw. müssen, haben sich maximal 30 Leute im 750 Personen fassenden "Kleinen Saal" eingefunden, doch schon direkt nach dem Intro - ganz klassisch: Judas Priest's "You've got another thing coming" - strömen dann doch noch einige Leute in den Saal und vor die Bühne. Die Stimmung steigt zum Glück recht schnell an, und bereits beim 2. Song der Metal Hammer-Soundcheck-Gewinner vom August 2007, gibt es bereits den ersten Circlepit des heutigen Abends zu verzeichnen. Ja ja, die Niederländer lassen sich nicht lumpen, wenn es darum geht, Stimmung zu machen! Das Quartett hat in den folgenden knapp 30 Minuten gerade mal Zeit für 5 Songs plus die fast schon obligatorische Amon Amarth-Coverversion von "The pursuit of vikings", die wieder von Bassist Tobias "Tobi" Schädler zum Besten gegeben wird - wie immer aber auch nur zur Hälfte (nicht mal den Refrain haben die gebracht - sw). Leider ist der Auftritt viel zu schnell zu Ende, aber man kann durchaus behaupten, dass die Österreicher mit ihrer Mischung aus Killswitch Engage, In Flames und Bullet for my Valentine heute einmal mehr punkten konnten, nicht zuletzt auch durch solche genialen Gitarrenduelle wie beim abschliessenden "Saviour, welcome home". Eine Band, die man auf jeden Fall im Auge behalten sollte!

Fast aus dem Auge verloren habe ich dagegen die Amis von God Forbid. Genau 2 Jahre und einen Tag vor diesem Gig wurde der letzte Longplayer veröffentlicht und seitdem ist es ruhig geworden. Doch verlernt haben sie nix. Ihr NWOAHM-Sound trifft wiederum auf ein Pit-freudiges Publikum vor der Bühne. Obwohl die musikalische Grundstimmung trotz aller Härte etwas melancholischer ist, kommt der Fünfer sympathisch rüber, was nicht zuletzt an Sänger Byronde Davis liegt. Erinnert mich optisch an einen Bruder von WWE-Wrestling-Star Mark Henry - nur kleiner und mit Dreadlocks. Ein grosser Pluspunkt ist auch der wirklich schöne Backround-Gesang der Coyle-Brüder an den Äxten. Da man sich auch Songmässig auf die letzten zwei Scheiben konzentriert, ist zumindest gute Abwechslung drin. Nur das abschliessende "Broken promise" vom Zweitling "Determination" lässt den Saal am heftigsten erzittern und - wen wundert es hier - bekommt den bis dato kräftigsten Pit. Nee, nee. Die Nachbarn...

Doch danach knallt es richtig. Devil Driver versuchen sich zum ersten Mal als Headliner in Europa und bieten 55 Minuten plus eine Zugabe. Zu kurz? - jein. 14 Songs lang treten die Herrschaften mit ihrem Mix aus Metalcore-Versatzstücken, Thrash und traditionellen Anleihen so dermassen Arsch, dass ich nach der Stunde völlig geplättet bin. Reicht völlig. Fronter Dez Farfara ist schon längst nicht mehr der "Ex-Coal Chamber Typ", sondern ein angenehm netter Metal-Frontmann mit langer Matte und neuerdings sogar Vollbart. Und er mag es lieber friedlich. Denn bei "Meet the wretched" weist er beim angekündigten Circle-Pit (der Irrsinnigste für heute Abend) darauf hin, dass man die gestolperten Mitläufer sofort wieder einsammeln soll und dass er bloss keine verf*ckten Kickbox-Einlagen sehen will. Den Mann mag ich! Und seine jungen Mitstreiter auch. Die liefern nämlich einen musikalischen Keulenschlag nach dem Nächsten und die passende Metalshow gleich dazu. Nicht mal der Anflug von "dicker Hose". Jetzt vielleicht noch ein wenig mehr Abwechslung in Sachen Brutalität und man kann es auch länger als eine Stunde aushalten. "Monsters in the deep" fehlte unverständlicherweise, doch "Sin and sacrifice" sorgte für eine schön bedrohliche Atmosphäre. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass speziell die Singles "Hold back the day" und "I could care less" heute Abend den meisten Staub aufwirbeln.
Anyway, gemessen an den Qualitätssteigerungen der drei CD's wird es also auch in Zukunft immer interessant mit Devil Driver. Also, auch im Auge behalten und/oder dringend mal unter die Lupe nehmen.



Setlist - The Sorrow

Elegy/The dagger thrust
From this life
Death from a lovers hand
The pursuit of vikings (Amon Amarth Cover)
Knights of doom
Saviour, welcome home


Setlist - God Forbid

The end of the world
Force-fed
Antihero
Soul engraved
The lonely dead
Chains of humanity
To the fallen hero
Broken promise


Setlist - Devil Driver

End of the line
Nothing's wrong
Ripped apart
Not all who wander are lost
The mountain
Hold back the day
Sin and sacrifice
Head on to heartache
Cry for me sky
I could care less
Grinfucked
Clouds over California
Meet the wretched

Swinging the dead



Text - The Sorrow: Marco Zimmer
Text - God Forbid & Devil Driver: Siegfried Wehkamp