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Epica, 21.06.2007

Köln - Underground
Support: Sonic Syndicate

Eigentlich bin ich heute nur wegen der Vorband ganz nach Köln gedüst. Nach der gestrigen Show mit Megadeth in Karlsruhe sind Sonic Syndicate heute erst das zweite Mal auf einer deutschen Konzertbühne zu bewundern.
Das Underground in Köln ist ein relativ kleiner und gemütlicher Rockclub, der mit schätzungsweise 150 Leuten auch gut gefüllt ist.
Die schwedischen Nuclear Blast-Senkrechtstarter beginnen bestens gelaunt mit "Aftermath", doch irgendwie scheint das einigen Leuten wohl gerade alles zu schnell zu gehen, denn erst beim zweiten Song ("Denied") wacht das Publikum erst so richtig auf, und von da an geht's rund! Das aktuelle Album "Only inhuman" wird nahezu komplett gespielt, nur das Erstlingswerk "Eden fire" ist lediglich mit "Jailbreak" und "History repeats itself" vertreten. Aber das eher junge Publikum will anscheinend ohnehin nur das neue Material hören, mit dem die Schweden einen blitzsauberen und wirklich beachtlichen Start hingelegt haben. Ob der aktuelle Titeltrack "Only inhuman" oder sogar die Ballade "Enclave", das Publikum verschlingt förmlich jeden Song mit zunehmender Begeisterung. Alles kommt irgendwie nahezu perfekt rüber und dabei wirken die Schweden trotz Newcomerstatus mehr als professionell. Das Gesangsduo Richard Sjunnesson und Roland Johansson liefern sich wirklich tolle "Duelle", ebenso wie die beiden Gitarristen Roger und Robin Sjunnesson. Drummer John Bengtsson (seines Zeichens inoffizieller Doppelgänger von Soilwork-Fronter Björn Strid) prügelt sich lupenrein durchs Programm und Bassistin Karin Axelsson steht auch nicht nur als optisch ansprechender Blickfang auf der Bühne. Das war doch mal supertoller Auftakt des heutigen Abends, auch wenn mir die 50 Minuten Speilzeit natürlich viel zu wenig sind.

Ich war im voraus mal wieder ein wenig skeptisch. Die "gefühlte 362. Gothic-Metal-Band mit Frauenstimme" ist heute der Headliner: Epica aus den Niederlanden.
Zwei Dinge werden gleich zu Beginn des Sets klar: Ein Teil der Leute hat sich bereits nach draussen verzogen und zieht einen Platz im Biergarten dem Club vor, es sind also einige Leute weniger im Underground, aber: Die Stimmung übertifft die von Sonic Syndicate dann doch noch! Es waren also nicht wenige eingefleischte Epica-Fans heute nach Köln gekommen, und das ist auch gut so. Denn u.a. die wirklich gute Stimmung hat sogar mir die Band irgendwie ein bisschen schmackhaft gemacht. Auch wenn die Niederländer um Frontfrau Simone Simons mit ähnlich viel Bombast und zwischenzeitlichen ebenfalls ruhigeren Tönen wie die Kollegen von Within Temptation daherkommen, aber was sich Drummer Arien van Weesenbeek an seinen Kesseln zusammentrommelt ist schon sehr beachtlich! Ich wusste gar nicht, dass Epica passagenweise richtig "losballern" können. Dazu dann auch noch die vereinzelten Death Metal-Growls von Gitarrist Mark Jansen heben Epica dann glücklicherweiser doch noch aus der grossen Masse der Nightwish-Klone hervor. Ich muss wirklich zugeben, das ist wirklich mehr als vernünftig, was da heute geboten wird.
Bevor am 7. September das neue Epica-Album "The Divine Conspiracy" erscheinen wird, kommt man heute bereits in den Genuss von immerhin 4 neuen Songs plus Intro und Outro, also quasi 6 neue Stücke. Es gibt zwar keine Zugabe mehr, aber 65 Minuten sind für den heutigen Tag völlig okay.

Abschliessend noch eben der Hinweis, dass beide Auftritte heute vom Team des 'Rockpalastes' gefilmt wurden und das Resultat dann am 06. August 2007 zwischen 0.30 und 2 Uhr im WDR-Fernsehen begutachtet werden kann.



Setlist - Sonic Syndicate

Aftermath
Denied
History repeats itself
Only inhuman
Flashback
Enclave
Unknown entity
Callous
Jailbreak
Double agent 616
Psychic suicide
Blue eyed fiend



Setlist - Epica

Indigo (Intro)
The obsessive devotion
Menace of vanity
Cry for the moon
Beyong belief
Linger
Blank infinity
Never enough
Seif al din
Facade of reality
Consign to oblivion
The divine conspiracy (Outro)



Text: Marco Zimmer