Osnabrück - Bastard Club Support: Neaera, Fear my Thoughts & Quo Vadis
The road to devastation - dieser Name ist heute Programm. Doch erstmal alles schön der Reihe nach...
Los geht's am heutigen Abend mit den Kanadiern Quo Vadis, die im bitterkalten Bastard Club den Opener mimen dürfen. Das Quartett präsentiert einen ordentlichen Mix aus amerikanischen Death Metal-Standards gepaart mit ein bißchen Schwedentod. Insbesondere die Breaks, Tempiwechsel und sogar Akustikparts machen die Band durchaus interessant und sorgen für eine angenehme Abwechslung. Das Publikum dankt es mit recht ordentlicher Stimmung und kreisenden Haarmähnen, insbesondere in den ersten Reihen.
Die Rheinfeldener Fear my Thoughts betreten als zweites die Bühne, und ich bin mächtig gespannt, was sich seit meinem letzten Konzert musikalisch getan hat, insbesondere darauf, wie die teils wirklich grandiosen Songs des aktuellen Albums "Vulcanus" live umgesetzt werden können. Soviel sei gesagt: Fear my Thoughts machen ihre Sache verdammt gut - trotz des eingesprungenen Ersatzsängers - sind spielerisch einwandfrei und auch der Sound ist sehr ordentlich, leider ist die Stimmung eher ein wenig verhalten. Das liegt vielleicht an dem recht modernen Sound der Truppe. Eigentlich schade, aber dennoch eine mehr als ordentliche Leistung.
Einen ersten wirklichen Höhepunkt des Abends können dann Neaera setzen, die sich heute ersatzweise mit Heaven Shall Burn-Gitarrist Alexander Dietz verstärken müssen. Frontshouter Benjamin Hilleke setzt eine Energie frei, die beim einfachen Zuschauen schon Lust auf mehr macht, wenngleich er den Laden auch jetzt noch als 'schweinekalten Puff' bezichnet. Leider hat er Recht, denn das ist heute mit Abstand mein kältestes Konzert aller Zeiten. Es würde mich sehr wundern, wenn die Temperatur im Bastard Club (bei Außentemperaturen von unter 0°C) im zweistelligen Bereich liegt. In dieser Hinsicht muss hier zukünftig dringend noch was getan werden! Pogen, diven, Circlepits - das Publikum kommt ordentlich in Fahrt und der Laden wird zusehends voller. Die Bühne wirkt zwar ein wenig provisorisch in den Raum gestellt und glänzt auch nicht gerade mit allzu grosser Stabilität, dennoch dienen die Traversen ein ums andere Mal als beliebtes Kletterziel des Sängers. Show & Stimmung sind bei Neaera einfach bestens.
Gegen 22.30 Uhr ist es dann soweit. Kataklysm betreten die Bühne und wem bis jetzt noch nicht klar gewesen sein sollte, wer heute der Headliner ist, dem wird es spätestens jetzt klar. Der Laden stösst mit nun schätzungsweise 250-300 Leuten definitiv an seine Grenzen. Wärmer ist es zwar nicht gerade geworden, aber dafür umso stickiger. Die Stimmung ist gleich beim Opener "Like angels weeping" absolut top, und das Quartett knüppelt sich mit einer unglaublichen Routine und Präzision durch's Set. "Let them burn", "As I slither", "Face the face of war", "In shadows and dust" - es setzt Hits am laufenden Band, so dass die Kanadier keinerlei Mühe haben, die tolle Stimmung über das ganze Set aufrecht zu erhalten. Die Tatsache, dass die Bühne sehr niedrig ist und es auch keinerlei Absperrungen gibt, trägt sicherlich auch mit dazu bei. Einziger kleiner Wehrmutstropfen: Nach rund 70 Minuten ist Schluss - ohne eine einzige Zugabe. Trotz der Kälte ein rundum mehr als gelungener Abend.
Setlist - Fear my Thoughts
Windows for the dead In the hourglass Blankness Accompanied by death Sweetest hell Accelerate or die My delight
Setlist - Kataklysm
Like angels weeping Serenity in fire Let them burn The ambassador of pain Stormland The resurrected Illuminati Crippled and broken 1/9/9/9: 6661: 2000 As I slither Face the face of war In words of desperation In shadows and dust To reign again Manipulator of souls The road to devastation