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Tarot, 06.02.2007

Hamburg - Knust
Support: Diablo


Na, das ist doch mal was. Kollege Marco Zimmer und meine Wenigkeit suchen einen Club in Hamburg, nur um festzustellen, daß wir vor fast 2 Jahren doch schon mal da waren. Sachen gibt's...

Auf jeden Fall ist das kleine aber feine Knust genau der richtige Ort für einen zünftigen Hard Rock/Heavy Metal-Abend und eine gute Station für die erste Deutschland-Tour der Stammband Tarot von Nightwish-Bassist Marco Hietala.


Als Opener fungieren die ebenfalls finnischen Diablo, die in ihren 40 Minuten mächtig Dampf machen. Die Art und Weise, mit der die Band auftritt, zeigt sofort, dass die Vier nicht erst seit gestern auf der Bühne stehen. Ihr grooviger Thrash mit Anleihen von Pantera und in ruhigeren Momenten sogar Metallica macht ordentlich Stimmung bei den Anwesenden und wird mit einer beeindruckenden Präzision dargeboten. Beim Stichwort Metallica muss der Schreiber dieser Zeilen immer noch grinsen, fällt doch sehr stark auf, dass Frontmann Rainer Nygård speziell die Bühnenpräsentation eines gewissen Herrn Hetfield mit der Muttermilch aufgesogen haben muss. Als Opener sind Diablo auf jeden Fall genau die richtige Band am heutigen Abend und bereitet uns erstklassig auf den Headliner vor.



Der heißt Tarot und wird stürmisch begrüsst. Klar, daß die Band durch Marco's Arbeit bei Nightwish auf einmal für die breitere Masse interessant wird. Erstmals auf deutschem Boden wirken die gestandenen Herren sogar minimalst nervös. Doch 20 Jahre Bandgeschichte und entsprechende spielerische Routine machen den Auftritt zu einem wahren Fest für die Angereisten. Das Einstiegsdoppel gleicht sich mit der neuen CD "Crows fly black". Der Sound ist mehr als amtlich und erzeugt ordentlich Druck um das Knust in Bewegung zu bekommen. Weniger Bewegung gibt es leider auf der Bühne, da die nun mal recht klein ist. Doch wenn man Marco und Zweitsänger Tommi bei ihren Duellen in "Traitor" oder "Bleeding dust" zuhört und -schaut, ist der Mangel an Bühnenaction zweitrangig. Beide singen traumwandlerisch gut und auch die älteren Songs werden auf zwei Stimmen umgebaut - Tommi ist ja erst seit dem aktuellen Album auf CD zu hören. Und der hat dann beim Blue Öster Cult-Cover "Veteran of psychic wars" seinen grossen Soloauftritt und macht sich auch als Allein-Frontmann sehr gut. Den Rest des Abends kümmert sich Marco Hietala persönlich um das Publikum mit einer sehr sympathischen Ausstrahlung und immer einem flotten Spruch auf den Lippen. Der dazu passende optische Routinier ist sein Bruder Zachary an der Gitarre. Dieser Herr (definitiv der Älteste in der Band) ist ein Hard Rocker wie aus dem Lehrbuch. Mit Zigarette im Mund und einem stattlichen Bauch hinter der Gitarre bedient er diese gekonnt lässig. Zwischendurch wird mal das Publikum angefeuert und ansonsten "cool unter der Sonne". Tja, und von hinten donnert Drummer Peccu einen gnadenlos präzisen Beat nach dem Nächsten, während Keyboarder Janne sich eher zurückhält und für die schön melancholische Untermalung des Tarot-Sounds sorgt.

Nach knapp 80 Minuten ist dann Sense und man kann nur hoffen, daß Tarot's neue Heimat Nuclear Blast die Jungs noch auf einigen Festivals unterbringt. Party vorprogrammiert! Und jammert nachher nicht, ich hätte es euch nicht gesagt.




Setlist - Tarot

Crows fly black
Traitor
Pyre of gods
Follow me into madness
Bleeding dust
Veteran of psychic wars
Crawlspace
Before the skin come down
Undead son
Ashes to the stars
Rider of the last day
You
Warhead



Zum Interview mit Marco Hietala geht's hier

Das CD-Review von Tarot "Crows fly black" findet ihr hier



Text & Fotos: Siegfried Wehkamp