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Obituary, 05.01.2008

Osnabrück - Hyde Park
Support: Holy Moses & Avatar

Das erste Konzert in 2008, und mit einem ziemlich interessanten Package. Und da Obituary mit ihrem neuen Album "Xecutioner's Return" noch mal richtig Fahrt aufgenommen haben, muss man natürlich dabei sein.

Den Anfang machen die Göteborg-Jungs von Avatar mit dem Titeltrack ihres zweiten Albums "Schlacht". Das war es dann aber auch schon mit der kleinen Deutschstunde, denn ihre Herkunft ist unverkennbar. Melodischer Schwedentod, der zwar teilweise recht vorhersehbar ist, aber schon dynamisch rüberkommt. Dafür sorgt auch die komplette Saitenfraktion mit geilem Synchronbanging. Alles in allem ein interessanter Mix aus Alt und Neu, der bloß leider nicht so ganz beim Publikum ankommt.

Denn das "Nein!" war unüberhörbar, als Sabina Classen von Holy Moses fragt, ob den Fans beim Opener schon heiß geworden wäre. Aber wer im Glashaus sitzt ... beschwert sich einer über den Emo-Stil? Unter der Lederjacke und Kutte ein Minikleid mit schwarzen Leggins, schwarz/weiß geringelten Kniestrümpfen und New Rock Boots sind auch nicht gerade Metal, Frau Classen. Muss einfach mal gesagt werden. Ansonsten geben Holy Moses in 45 Minuten genau das ab, was erwartet wird. Schönes Thrash-Brett, u.a. mit dem auf MySpace vehement gewünschten "Def Con II". Geil! Vor "Finished with the dogs" wird es dann noch mal lustig, als Sabina feststellt, dass man ja für eine "Wall of death" zu alt sei, daher gibt es heute die "Wall of trash" (KEIN Schreibfehler). Lustig deswegen, weil das Endergebnis genau das Gleiche ist ... "Too drunk to fuck" gibt's als Abschluss mit ein paar Fans auf der Bühne und schon steigt die Vorfreude auf den Headliner.

Obituary kann man schlecht grölen, also vernimmt man aus den ersten Reihen des Hyde Park vereinzelte "Tardy, Tardy"-Rufe. Und kurz nach 22 Uhr bricht dann "Find the arise" über uns herein. Hammer-Einstieg, gefolgt von einem starken "On the floor". Frontmann John Tardy - die wohl unvergleichlichste Stimme im Death Metal - stapft mit seinen hüftlangen Haaren über die Bühne wie der wilde Watz, Trevor Peres ist cool wie eh und je, die Rhythmus-Sektion drückt kräftig und Neuzugang Ralph Santolla als exquisiter Leadgitarrist verleiht dem Sound der Amis noch etwas mehr Weite. In dieser Form könnten Obituary noch einiges reissen, weil es einfach Spaß macht seinen Schädel zum gradlinigen Sound durch die Luft zu wirbeln. Wenn da nicht die Spielzeit wäre, die mit effektiv knappen 65 Minuten einfach zu wenig ist. Genug Songs wurden eigentlich gespielt, wo wir aber beim - subjektiv gesehen - nächsten Manko wären: Vier Songs der ersten zwei Alben und der Rest ausschließlich von den letzten Drei. Ergo wurden "The end complete" und "World demise" völlig ausgeklammert. Bei einer Band, die ihre erfolgreichsten Zeiten aber Anfang der 90er hatte, ist das nicht gerade dienlich. Aber was soll's. Der Gig war stark, das Publikum offensichtlich zufrieden. Warten wir mal auf Wacken und prüfen, ob Obituary diesen Weg weiter verfolgen möchten. Trotzdem Danke für diesen Abend. (sw)



Setlist - Obituary

Find the arise
On the floor
Chopped in half/Turned inside out
Threatening skies
By the light
Face your god
Lasting presence
Insane
Back inside
Evil ways
Drop dead
Contrast the dead
Stand alone

Drumsolo
Gitarrensolo (Ralph Santolla)
Slow death
Second chance
Slowly we rot