Freitag Abend. Wochenende. Perfekt für die seit 2006 existierende Slayer-Coverband SlayEnsemble ihren bereits guten Ruf mit einem DVD-Mitschnitt auszubauen. Außerdem erwartet die zahlreichen Gäste im Oldenburger Cadillac ein Mammut-Set mit zwei Drummern. Doch dazu später.
Den Anfang dürfen erstmal Chaos Conference machen. Was soll man sagen. Wie es sich für eine "Slayer-Vorband" fast schon gehört, haben die Jungs es etwas schwer, das Publikum richtig zu begeistern. Die Songs werden allesamt flüssig präsentiert. Auf der Bühne wirkt das Quartett aber doch noch etwas verloren. Jedenfalls passt der Groove Thrash mit leichten Biohazard-Tendenzen ganz gut zum Abend. Aber mehr als angenehmen Achtungsapplaus gibt es leider nicht.
Danach traue ich meinen Augen nicht - Dave Lombardo hat lange Haare, Kerry King hat abgenommen, Jeff Hannemann grinst wie ein Honigkuchenpferd und Tom Araya ... ist Tom Araya?! Okay, Scherz beiseite. Denn Slayensemble machen an diesem Abend dem Original mehr als nur alle Ehre. Das Outfit, die Signature-Instrumente, die Banner, die Lightshow und bei den Musikern allen voran: Tom Araya alias Anatoli 'Aloha' Monov. Seine Präsenz hinter dem Mikro ist echt beeindruckend und schon bei der täuschend echten Ansage zu "War ensemble" fressen ihm die Oldenburger aus der Hand. Doch der beste Frontmann ist nichts ohne seine professionellen Sidekicks. Die Herren Hannemann, King (hier Cord Hanken und Manuel Neumann) und Lombardo (Andreas Schütte) bringen die Songs der Totschläger mit solch einer Präzision und Aufopferung dar, daß ich gerne mal die Meinung der echten Slayer dazu hören würde.
Slayensemble (Foto: maz)
Nach der Hälfte des Abends nimmt dann der Co-Drummer Florian 'Flori' Neumeyer (netterweise als Paul Bostaph vorgestellt) den Platz von 'Schütti' ein. Nur am Rande: Ur-Drummer Schütte hat mit seiner Band 'United Four' dermaßen viel um die Ohren, daß einfach ein zweiter Mann her musste. Das macht aber gar nichts, denn Bostaph, äh Flori steht seinem Vorgänger in gar nichts nach und brilliert u.a. mit einer Killer-Version von "Silent Srceam". Bei so viel livehaftiger Inbrunst ist es dann auch keine Wunder, daß das Publikum über die gesamte Distanz von 20 Songs das Cadillac in einen Hexenkessel verwandelt. Ja ja, bei so einer DVD-Aufzeichnung muss man schon ein gutes Bild machen, gelle? Mit "Angel of death" fällt dann schlussendlich der Vorhang und mir fehlen langsam echt die Worte. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Herren, die in meinen Augen das fast Unmögliche möglich gemacht. Slayer sind unantastbar, aber Slayensemble bekommen für den heutigen Abend von mir den Orden "ehrlichste und glaubwürdigste Verneigung"! Danke.
Slayensemble (Foto: maz)
Setlist - Slayensemble
mit Drummer Schütti
Hell awaits The antichrist War ensemble Seasons in the abyss Disciple Bloodline Black Magic Fleshstorm Postmortem Raining Blood
mit Drummer Flori
South of heaven Silent scream Die by the sword Criminally insane Dead skin mask Chemical warfare Behind the crooked cross Jihad Mandatory suicide Angel of death