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Enslaved
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2. Full HD Festival
Sworn Enemy, 18.08.2008

Osnabrück - Bastard Club
Support: All Shall Perish & Warbringer


Es war eine eher spontane Sache: 3 Tage zuvor habe ich erst beschlossen, in den Osnabrücker Bastard Club zu fahren, denn dieses metallische Package darf man sich ja eigentlich nicht entgehen lassen.

Im Bastard Club angekommen bietet sich dann wieder das gemütliche und familiäre Flair: Während einige Musiker von Sworn Enemy und All Shall Perish sich gerade am Tischfußball versuchen, haben andere die angrenzende Skaterhalle kurzerhand zum Stimmen der Instrumente umfunktioniert.


Mit etwas Verspätung betreten Warbringer die wie immer reichlich provisorisch wirkende Bühne. Daß es der Fünfer heute nicht ganz leicht haben wird, war in Anbetracht der musikalischen Ausrichtung der beiden Hauptbands und somit des anwesenden Publikums eigentlich von Beginn an klar. Das Publikum vor der Bühne besteht während des rund 30-minütigen Sets aus exakt 6 (!) Leuten, während sich die anderen schätzungsweise 70/80 Besucher das Treiben auf der Bühne lieber aus der Distanz anschauen. Die Truppe aus Kalifornien serviert eine wirklich amtliche Dosis oldschool Thrash und weiß mit guten Songs wie "At the crack of doom", "Shoot to kill" und dem abschließenden "Combat shock" zu überzeugen. Eine mehr als solide Leistung mit leichten Abzügen in der B-Note für die fürchterlichen weißen 80er-Jahre-Turnschuhe von Sänger John Kevill.




Bei All Shall Perish tritt dann das ein, was eigentlich nicht passieren darf, denn die ebenfalls aus Kailfornien stammenden Band enpuppt sich heute als der eigentliche Headliner. Im Publikum sieht man All Shall Perish-Shirts soweit das Auge reicht, der Bastard Club hat sich weiter gefüllt und vor der Bühne ist das Gedränge groß.
Die musikalische Mischung der Band kommt heute bestens an. Irgendwo zwischen Death, Metalcore und Thrash präsentiert die Truppe eine ausgewogene Mischung ihrer beiden Alben "Hate, malice, revenge" und "The price of existence" und serviert mit "Never... again" einen Vorgeschmack auf das neue Album "Awaken the dreamers".
Die Stimmung ist absolut fantastisch, diverse Circlepits bahnen sich ihren Weg durch das Publikum und das Set gipfelt im wohl größten Höhepunkt des gesamten Abends: Sänger Hernan Hermida bittet Warbringer-Sänger John Kevill und Sworn Enemy-Sänger Sal Lococo auf die Bühne um mit ihnen gemeinsam eine etwas eigenwillig - aber durchaus großrtige - Version des Judas Priest-Klassikers "Breaking the law" vorzutragen. Spontan finden sich dazu dann auch ein paar Leute aus dem Publikum auf der Bühne wieder, um ihre mehr oder weniger vorhandenen Gesangskünste zum Besten zu geben.
Großartig... und schwer zu toppen!



...und so müssen Sworn Enemy dann auch vor einem halbleeren Club beginnen. Glücklicherweise füllt sich der Laden schnell wieder, aber die Stimmung ist deutlicher verhaltener im Gegensatz zu All Shall Perish, wobei allerdings die Aggressivität zunimmt. Manche Konzertbesucher im Circlepit scheinen sich eher im Kampfsport zu Hause zu fühlen...
Mit starken Songs und teils derbem Hardcore kann das Quintett durchaus punkten. "A place of solace", "As real as it gets" oder auch "Destroyer" sind live die reinsten Granaten. Bei "Ignorance" ist der halbe Bastard Club ein großer Circlepit, Gitarrist Lorenzo Antonucci bekommt zu seinem heutigen Geburtstag vom Publikum ein entsprechendes Ständchen vorgetragen und nach gerade mal 45 Minuten ist bereits Schluß. Zugabe? Fehlanzeige.
Trotzdem muß man sagen, drei Bands mit einer Spielzeit von jeweils 30 bis 45 Minuten sind für den geringen Eintrittspreis (12 Euro) mehr als in Ordnung!




Text & Fotos: Marco Zimmer