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Konzert: SOLITUDE FEST - 19.06.2015 - Berlin

Location: Eastend
Bands: Implore, Ära Kra, Henry Fonda, Sonic Booze Machine, Ancst


Heute geht es auf einem Freitagabend mal in das Eastend Berlin. Einem Club in Hellersdorf, recht weit am Rand von Berlin. Ich fahre dort zum ersten Mal zu einem Konzert und bin sehr gespannt, wie es wird. Das von Swamp Conspiracy und Eastend organisierte Solitude Fest ruft. Es gibt für gerade mal fünf bis acht Euro fünf starke Bands zu sehen. Von Metalcore, Grindcore und Blacknend Crust, über Power Violence bis zu Sludge ist alles vertreten. Pünktlich um 21 Uhr geht's los.

Die fünfköpfige Band ANCST (ohne Drummer) beginnt den Abend. Fünf Leute auf der Bühne und trotzdem kein Drummer, verwundert erst mal. Aber die Blackened Crust Hardcore'ler legen mit ihren zwei Sängern gleich stark los. Die Drums erfolgen per Playback. Das hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Die Sänger gehen auf jeden Fall gut ab und bringen gleich zum Anfang ordentlich Bewegung auf die Bühne. Der eine Sänger macht gut Stimmung, indem er den noch vorhandenen Platz vor der Bühne zum Performen benutzt. Es werden relativ kurze, aber prägnante Songs gespielt und ein, zwei Ansagen gibt's zwischendurch. Trotz seltsamer Schlagzeuger-Gegebenheit, können Ancst überzeugen. Vielleicht war er ja auch einfach nur krank ...

Ancst

Es gibt sehr knappe Umbaupausen. Gerade genug Zeit, um sich ein Bier zu holen und den Merchstand mal kurz zu checken. Aber bei fünf Bands muss man nun mal anziehen. Es geht weiter mit der Power Violence Band HENRY FONDA. Einer der ersten beiden Sänger bleibt gleich auf der Bühne stehen und singt weiter, ebenso ein Gitarrist. Die Band spielt sehr kurze und knappe Songs, die aber ordentlich losdreschen. Zwischendurch gibt's immer wieder Ansagen vom Bassisten, die teilweise länger als drei Songs, aber äußerst unterhaltsam sind. Also wenn über die Ansagen nicht gelacht wird, wird ordentlich abgegangen. Es gibt typische Crust-Drums und der Sänger hat immer noch genug Puste, um ordentlich ins Mikro zu shouten. Auch der Gitarrist von der Vorband hat noch genug Power, um noch energisch herumzuspringen. Die Band macht Spaß - von der Musik bis zur Unterhaltung.

Henry Fonda

Jetzt kommen die Hamburger und Kieler IMPLORE (dem Flyer nach, die Headliner des Abends) auf die Bühne. Mit nur drei Leuten personaltechnisch die kleinste Band des heutigen Abends. Das hält die Grindcore/Deathmetal-Combo allerdings nicht davon ab, einen richtig dicken Sound von der Bühne zu schleudern. Der Death Metal der Band mischt sich stark mit Crustcore und entfernt sich musikalisch dadurch nicht allzu weit von den ersten beiden Bands. Die einzige nicht-Berliner Band zeigt den Locals hier, wie man mit nur drei Leuten den Saal zum Kochen bringt. Der Sänger und Bassist zeigt auch ordentlich Einsatz auf der Bühne. Hier sind heute mal wieder ein paar Bands auf der Bühne, die sichtlich Spaß haben. Neben der nächsten Band gefallen mir die Jungs aus dem Norden, glaube ich, am besten.

Implore

So, jetzt kommt SONIC BOOZE MACHINE, eine meiner Berliner Lieblingsbands. Schon sehr oft gesehen. Heute werde ich sie mal fotografieren und über sie schreiben. Zudem werden heute Abend auch noch neue Songs präsentiert. Die Sludge-Combo bringt den ersten größeren Kontrast an dem Abend. Der Sound ist gewohnt gut. Sie stehen mit ihren wechselnden Strukturen in den Songs, den Gitarren-Riffs und den extrem starken Drums, den großen Bands aus den USA in nichts mehr nach. Der Bassist wirbelt seine Matte durch die Luft während der Drummer auf's Schlagzeuger prügelt. Es macht wieder richtig Spaß. Und die neuen Songs, die gespielt werden, machen mich sehr gespannt auf das neue Material. In diesem Jahr soll wohl das zweite Album herauskommen. Letztes Jahr hatten sie ihr Debütalbum "Doomed To Fail" veröffentlicht, was sich für den Plattenteller echt lohnt. Die werden für mich auch nach häufigerem Sehen nicht langweilig.

Sonic Booze Machine

Die letzte Band, ÄRA KRA, steht auf dem Plan. Die Berliner gehen es instrumental etwas ruhiger an. Mit ihrem Blackened Metalcore bilden Sie nochmal einen schönen Abschluss. Der Sänger geht in die Vollen und holt nochmal alles raus. Die Gitarristen und der Bassist sehen ein wenig gelangweilt aus, spielen aber trotzdem ein sauberes Konzert. Die Fünfer-Combo hat teilweise auch sehr lange instrumentale Stellen, die zeitweilig sehr ruhig und progressiv sind. Ab und an geht's von äußerst langsamen Parts zu richtig schnellem Gedrämmel. Erst im März waren sie Support von Der Weg Einer Freiheit. Mich konnten sie überzeugen und wie es scheint, auch die Leute vor der Bühne.

Ära Kra

Das war mal wieder ein richtig schöner Abend. Zudem war ich zum ersten Mal im East End Berlin und werde gerne nochmal hingehen. Tolle Preise, sympathische Leute, super Sound und prima Licht. Was will man mehr!?


Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de