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Konzert: TRUCKFIGHTERS - 20.10.2016 - Berlin

Location: SO36
Support: Witchrider, We Hunt Buffalo


Das schwedische Stoner-Trio Truckfighters macht nach dem Release ihres Albums "V" erstmal eine Tour. Nach diesem großartigen Album ist das auch sehr nötig. Schon mit dem Album "Gravity" haben die Jungs aus dem Norden in der Stoner-Welt gut auf sich aufmerksam gemacht. An der Abendkasse gibt es für die Spontanen unter uns noch Tickets für rund 20 Euro.

Los geht es aber erstmal mit den Ösis WITCHRIDER. Die recht junge Band aus Graz (2012 gegründet) startet schon mal ziemlich stark. Musikalisch ist es solider Southern Rock, der auf eine einprägsame Grunge/Pop-Stimme trifft. Gestartet wurde pünktlich um 20 Uhr und das SO36 ist auch schon ganz gut gefüllt. Die meisten Ansagen vom Sänger versteh ich nicht, da wäre Englisch wohl einfacher gewesen. Die Leute vor der Bühne scheinen auf jeden Fall gefallen am Programm zu haben. Pünktlich nach 30 Minuten hört es dann auch schon wieder auf.

Witchrider

Als nächstes, mit auch nur einer halben Stunde Spielzeit, kommen die Jungs aus Vancouver/Kanada. Von diesem Trio durfte ich mich schon beim diesjährigen Desert Fest Berlin überzeugen, wo sie bestimmt nicht nur mich als neuen Fan gewonnen haben. WE HUNT BUFFALO haben alles, was eine aktuelle Stoner-Kapelle braucht und reihen sich mit ihren Sound perfekt in derzeitige Hammer-Bands wie Truckfighters, Red Fang, Elder, Greenleaf, usw. ein. Hier treffen verspielte, groovige, melodiöse, flotte Songstrukturen auf immer wieder richtig harte Riffs. Zudem gibt es live eine richtig gute Show. Wenn Bassist Brendan mal nicht singt, hüpft er mit einem dicken Grinsen unter seinem langen Bart über die Bühne. Gitarrist Ryan übernimmt derweil die höheren Gesangsparts, bis Brendan dann wieder eine Runde ins Mikro growlen darf, während Ryan wiederum dicke Riffs raushaut. So wünscht man sich das.

We Hunt Buffalo

Und nun kommt der Headliner. Eine weitere Power-geladene Dreier Combo. TRUCKFIGHTERS sind meiner Meinung nach zur Zeit eine der stärksten Kapellen in ihrer Szene, was sie mit ihrem aktuellem Album und den heutigen Abend wieder unter Beweis stellen. Der Sound ist wieder spitzenmäßig und Gitarrist Dango fängt gleich beim ersten Song "Mind Control" derbe an durch die Gegend zu springen. Das kann wohl nur noch Pete Koller von Sick Of It All überbieten. Der aktuelle Drummer El Danno geht auch richtig ab - vielleicht bleibt der ja mal länger in der Band. Da fliegen sogar öfter mal Teile vom Schlagzeug vom Pult, wovon sich aber niemand beirren lässt. Es wird durchgängig einfach nur gepowert. So gut wie keine Ansage, dafür aber eine super Setlist. Mit der aktuellen Single "Calm Before The Storm" gibt es gleich noch eine Gänsehaut-Garantie. Danach geht es aber wieder richtig nach vorne und auch vor der Bühne gibt es kaum ruhige Momente. So ist für Stoner-Verhältnisse ein richtig schöner und lebendiger Pit zu spüren. Ich bin mittlerweile auch schon voller Euphorie. Bei der Zugabe wird mit "Desert Cruiser" nochmal richtig abgerissen. Was für ein Abend, was für eine Band!

Truckfighters

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de