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CONTRACRASH - Thy Kingdom Come

VÖ: 23. Januar 2015
Rockwerk Records

Mit einer Mischung aus Screams und Klargesang präsentieren sich Contracrash mit ihrem nun zweiten Longplayer, welcher unter dem Namen "Thy Kingdom Come" daherkommt. Trotz des veralteten Englischs, welches sich im Titel verbirgt, ist die Gangart des Albums doch eine recht moderne Metalform. Zwar ist das Gitarren-Riffing simpel und flächig, aber dafür strengt es beim Hören auch nicht an und kann auch mal "nebenbei" laufen, ohne dass man sich darauf konzentrieren muss. Dass man sich nicht darauf konzentrieren muss, ist wahrscheinlich auch gar nicht so schlecht, denn wer hat heutzutage schon Zeit, sich fast 70 Minuten Spielzeit am Stück durch die Ohren laufen zu lassen? Wie man mit zwölf Songs auf 67 Minuten kommt, zeigen uns Contracrash mit ihrem Song "Ashes to Ashes" (der rein gar nichts mit dem gleichnamigen Chelsea Grin-Album zu tun hat). Dieser sprengt alleine schon die 20-Minuten-Marke! Das liegt hauptsächlich daran, dass der Song an und für sich eigentlich mindestens drei Songs hergibt, die mit Interludes zusammengeklebt wurden. Effektiv heißt das, dass uns hier etwa 15 ganze Songs auf dem Album serviert werden, was an und für sich gut ist, wäre da nicht das universale Gesetz von Quantität und Qualität. Je mehr Songs eine Band auf ein Album presst, desto schwerer wird es, alle auf einem gleich hohen Level zu gestalten. Und dieses Problem zeigt sich auch auf "Thy Kingdom Come". So sind Songs wie "What If" oder "The Final Curtain" wirklich gut ungesetzt, haben einen hohen Wiedererkennungswert und Ohrwurmfaktor. Doch wie bei "Ashes to Ashes" oder "Born to Survive" fühlt es sich oft einfach zu langgezogen an. Manchmal ist weniger eben doch mehr, um mal auf Klischees zurückzugreifen. Das Album hat so seine Höhen und Tiefen, weiß aber insgesamt mit einigen guten Songs, die auch richtig Laune beim Hören bringen, durchaus überzeugen. Reinhören kann sich also lohnen. (zeo)

6,5/10