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DOCUMENT 6 - Openmind (EP)

VÖ: Dezember 2014

Klein aber fein - so stellt sich mir diese EP der Aachener Document 6 vor. Der Opener wird klassisch mit einer Rede eingeleitet, deren Herkunft mir leider nicht bekannt ist. Kurz zusammengefasst, geht es um Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit und darum, dass diese Werte verlorengegangen sind. "We Have Lost The Way" lautet die finale Konklusion und schon bricht das akustische Gemetzel los. Geradlinige, schroffe Riffs paaren sich mit Double-Bass Gewittern und einer eher verhaltenen Snare. Der Vocalist bringt wütend seine Missgunst zum Ausdruck und macht von Vornherein klar, dass man es todernst meint. Schnelle und langsame Passagen geben sich im Wechsel die Klinke in die Hand. So geht es von infernalischem Geballer fließend zu schleppenden, bleischweren Todessalven über.
Man gibt sich auf jeden Fall Mühe, nicht wie jede drittklassige Garagen-Grindcore-Combo von nebenan zu klingen und mit den dargebotenen Tracks gelingt das auch ganz gut. Der Sound ist nicht alltäglich und gefällt auch mir persönlich, als nicht gerade eingefleischtem Grindcore-Fan, echt gut.
Aber es ist und bleibt nunmal Grind. Eine Musikrichtung, die extremer kaum sein könnte und somit sollte klar sein, dass nicht auf den allgemeinen Geschmack abgezielt wird.
Echt überrascht war ich, im Track "Dead Kings" Mönchs-Chöre und Glockenschläge wiederzufinden und noch viel überraschter war ich, dass es nicht einmal stört und sich extrem gut in das Gesamtbild einfügt.
Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass es durchaus Spaß macht, dieser Band zuzuhören und man merkt, dass man es hier mit einer jungen Mannschaft zu tun hat, der es noch wirklich Spaß macht, Musik zu machen und die hungrig nach mehr ist.
Genauso bin ich nach dem Hören dieser Scheibe hungrig auf mehr und hoffe in Zukunft noch einiges von Document 6 hören zu dürfen.
Was man zum Schluss noch sagen muss, ist, dass wie oftmals in dem Genre, der Gesang ein wenig zu sehr in den Hintergrund rückt, was bei der hohen Klangdichte, die man im Grindcore üblicherweise findet, aber weder besonders schlimm, noch sonderlich ungewöhnlich ist.
Reinhören sollte man unbedingt in das eben angsprochene "Dead Kings", "Atomic Destrucion" und das Schlussstück der EP: "Kitty's Girlfriend". (cl)

8/10