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PLACE VENDOME - Streets Of Fire

VÖ: 20. Februar 2009
Frontiers Records

Was zählt, ist die Musik. Und auch ich bin nicht gerade ein Freund von Michael Kiske's vergangenen Aussagen bezüglich seiner Einstellung gegenüber dem Metal. Das wurde genug diskutiert. Nicht diskutieren brauchen wir aber über die Extraklasse seiner Stimme, die im Laufe der Jahre nach Helloween nicht mal ein Nanogramm an Gefühl und Ausdruck verloren hat. Das beweist er der Hörerschaft nämlich äußerst eindrucksvoll auf dem zweiten Place Vendome-Album. Natürlich lebt "Streets Of Fire" nicht nur von Kiske's Stimme, zumal es sich ja hauptamtlich um das Projekt von Pink Cream 69-Bassist Dennis Ward handelt. Und die zwölf hier vertretenen Songs haben es wirklich in sich. Ich fühle mich in Zeiten zurück versetzt, als ich zum ersten Mal Songs hörte wie Dio "Rock 'n Roll Children" oder Dokken "Dream Warriors" - vermeintlich an der Grenze zum Kitsch, aber beim genauen Betrachten weit davon entfernt. Der Titelsong ist einfach nur ein Melodic Rocker par excellence, "My Guardian Angel" - nicht nur ein zuckersüßer Schmuserocker, sondern auch gleich die Single mit Videoclip. Darf es etwas flotter sein? Funktioniert bei "Surrender Your Soul" vorzüglich und auch das leicht subtile "Valerie (The Truth Is In Your Eyes)" trifft ins Herz eines jeden 80er-Fans. Dass beim Refrain von "A Scene To Reply" und ganz besonders bei "Believer" im Fundus von Edguy gewühlt wurde, halte ich für ein ganz böses Gerücht ... ein Schelm, wer Böses vermutet.
Was soll ich sagen - "Streets Of Fire" ist für mich die Melodic Rock/AOR-Überraschung des noch jungen Jahres und hat jetzt einen Stammplatz in meinem Schrein mit der Aufschrift: "Wenn mir das Radio mit seinem Kommerz-Kram wieder auf den Senkel geht ..." (sw)

8,5/10