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SKINDREAD - Volume

VÖ: 30. Oktober 2015
Napalm Records

Skindred haben sich 1998 in Newport/Wales gegründet und haben wohl eine ziemlich einzigartige Crossover Mischung. Von Metal, Rock über Reggae, Dancehall, Hip Hop bis hin zu Hardcore Einflüssen, bekommt man alles von nur einer Band zu hören. Zudem machen sie auch wohl immer eine der größten Partys auf Festivals. Wer hat noch nicht bei Skindred sein T-Shirt in "Newport-Helicopter"-Manier gekreist? Die Fünf bringen nun ihr sechstes Album "Volume" raus und zeigen, dass der Nu-Metal außerhalb der ganz großen Bands aus den 90ern noch nicht tot ist.
14 Tracks in 43 Minuten warten hier auf einen. Los geht es mit dem Lied "Under Attack", das mit Samples startet und dann schon relativ hart wird und genau den typischen Skindred-Sound wiederspiegelt - nämlich kontrastreiche Songstruktur von den harten Versen, zu schon einem fast poppigen Refrain. Teilweise erinnert der Song an alte Limp Bizkit-Titel. Gleich gefolgt vom Titelsong "Volume" kommen die wohl potentiellen Hits alle schon am Anfang. Die Songstruktur ist hier wieder ähnlich wie bei dem Song davor, bloß noch ein bisschen weniger Shouting, aber ganz nette Riffs zum Ende. Darauf folgt nun "Hit The Ground", bei dem es umgedreht ist. Der cleane Gesang bei den Versen und das Härtere beim Refrain. So langsam fällt mir auf, dass ich gerne mal einen Song ganz ohne cleanen Gesang hätte, da das Shouting von Fronter Benji Webbe schon derbe groovt und man gerne mehr davon hätte.
Dann kommt er, der wohl rockigste Song auf der Scheibe, wie man aber bei dem Titel "Shut Ya Mouth" auch schon erwarten kann. Der Song erinnert mich an den Hit "Rat Race", mit dem ich Skindred kennengelernt habe. Das ist endlich ein Song, bei dem man wohl live im Pit nicht dauernd Pausen machen muss, wegen der soften Zwischenparts. Auf dem ganzen Album sind drei Zwischensongs platziert - "I", "II" und "III", die einfach nur mal softe Reggea Zwischenspiele sind und maximal 50 Sekunden andauern.
Immer wieder kommen auf dem Album Samples zum Einsatz, sogar auch mal in die Drum and Bass Richtung. Vom Sound her ist das Album sehr sauber produziert. Viele Songs haben schon einen guten Ohrwurm-Charakter und ich könnte sie mir gut in unseren Radios vorstellen - die Band ist ja bei unseren hiesigen Festivals auch recht bekannt. Mit "Saying It Now" kommt wohl der poppigste Song auf der Scheibe, aber mit "poppig" meine ich hier, dass es immer noch einen schönes Drum-Spiel gibt und ab und zu auch ganz gute Riffs. Mir ist das allerdings persönlich zu soft und glatt.
Mit "Straight Jacket" kommt ein Song, den ich mir gut in Discos vorstellen kann - der geht noch mal richtig ab und macht Spaß. Ein Manko ist allerdings, ich verstehe immer "Street Jacket" - das macht sich doof beim Mitsingen. Als 12. Track kommt dann wohl mein Lieblingssong der Scheibe. Er startet mit dem mitreißenden Chor "Ain't No Justice It's Only Just Us", der sich durch den ganzen Song zieht. Er zeigt auch schon mit dem Titel "No Justice", was mir nach mehrmaligem Durchhören des Albums auch auffällt: Die Texte sind immer wieder politisch und sozialkritisch. Jedenfalls ein starker Song, zu dem es hoffentlich ein schönes Video geben wird. Die letzten beiden Songs reißen mich jetzt nicht so vom Hocker, sind aber auch nicht schlecht. Das gibt nochmal ein sehr entspanntes Ende.
Im Großen und Ganzen kommt da ein sehr solides Album auf einen zu. Es könnte mehr in die Groove Metal Richtung gehen, da die Band genau das das voll drauf haben. Meine persönlichen Hits habe ich aber auf jeden Fall. Wer sich live überzeugen möchte, hat dazu Ende des Jahres bei vier Deutschland-Shows die Möglichkeit. (kdz)

7/10