Titan Force
The Dogma
Sacred Steel
Sturm und Drang
Wacken
The Rotted
Hellpower
Aeon
Whiplash
Warpath
Hellpower
Debemur Morti
Suicide Silence
Hellpower
Sólstafir
Hellpower
Debemur Morti



Aufmerksamen mega-metal-Lesern wird nicht entgangen sein, dass im letzten Jahr einige Black Metal-Releases des kleinen aber feinen französischen Labels Debemur Morti die interessantesten Reaktionen bei uns hervorriefen. Nun schickt man sich an, auch die deutschen Fans der schwarzmetallischen Kunst leichter befriedigen zu wollen, in dem just eine Kooperation mit dem bekannten Vertrieb Soulfood gestartet wurde, und die Promotion durch die international bekannte Firma SureShot gestärkt wird. Ein Schritt in die richtige Richtung. Für uns Grund genug, bei Chef Philippe anzuklopfen und mal etwas tiefer in das Thema Debemur Morti einzutauchen, dessen Ursprung im Jahre 2003 liegt.


Wie kam es zur Entstehung von Debemur Morti Records?
Meine eigene Erfahrung mit Underground-Labels und das Gefühl von "da fehlt was" haben die Idee entfacht. Die Amateurhaftigkeit und der allgegenwärtige Mangel an Seriösität sind für mich einfach inakzeptabel. "Underground" bedeutet für mich nicht "Minderheit".

Nach welchen Kriterien werden die Bands ausgesucht?
Es ist elementar wichtig, dass die Bands, die DMP (Debemur Morti Productions) angeschlossen sind, authentisch sind und eine sehr pure und tiefgründige Art haben. Wahre Kunst - "wahr", im nicht künstlichen Sinn - die aber genau so spirituelle Dimensionen mit sich trägt. Ziel ist es, ein Werk anzubieten, welches den Hörer übersteigt, und ihn mitnimmt.
Eine Band, die nicht in der Lage ist, dem Hörer eine tiefe mystische Atmosphäre einzuflößen, hat ziemlich geringe Chancen bei DMP zu landen. Mystik kann in vielen Formen auftreten - und das trifft auf so ziemlich alle Bands zu, mit denen ich arbeite.

Viele (oder alle) Bands umgeben sich mit einer fast nihilistischen Aura. Kein Mitglied einer musikalischen Bewegung, das Musizieren für sich selbst, sie meiden die Öffentlichkeit, das Beschäftigen mit den dunkelsten Abgründen der Seele oder dem vollständigen Einklang nur mit der Natur und den Elementen.
Hast Du Bands im Stall, die so "verrückt" sind, dass Du selbst nicht genau weißt, wie sie wirklich ticken?
Ich glaube, man muss eh eine Menge "Verrücktheit" in sich tragen um extremen Metal zu erschaffen und zu verbreiten. Es wäre anmaßend von mir zu sagen, dass ich genau wüsste, wie es in ihren Köpfen aussieht. Durch intensive Gespräche mit allen meinen Künstlern versuche ich es zwar, aber ein Teil wird immer geheimnisvoll bleiben.

Unwissende dichten dem Black Metal immer mehr rechte Tendenzen an, was etwas ist, was wir alle nicht im Metal sehen wollen. In wie weit checkst Du den Background, bevor Du jemandem einen Vertrag anbietest?
Ich bin kein Politiker, ich besitze eine Plattenfirma und arbeite mit Künstlern. Jeder von ihnen hat seine eigene politische Meinung und ich werde mich nicht mit Fragen diesbezüglich plagen, solange ich mich mit ihrer Musik und dem Konzept verbunden fühle. Politik hat nichts im Black Metal zu suchen!

Zur Musik. Unsere Reaktionen waren bis dato entweder "richtig gut" oder "was soll das denn?" - nur kein "ganz gut/nett". Bekommt ihr von anderen Seiten ähnliches Feedback?
Ja. Bei den meisten unserer Veröffentlichungen habe ich das Gefühl, dass man sie lieben oder hassen wird. Aber das ist gut, weil es bedeutet, dass es kein Standard-Kram ist! Ich strebe danach, die perfekte Synthese der Künste zu erreichen, um Produkte zu veröffentlichen, die durch ihre symbolische, philosophische und/oder metaphysische Dimensionen charakteristisch sind. Das Ergebnis ist da ziemlich oft "hop oder top".

Suchst Du immer nach neuen noch eigenwilligeren Bands, oder hast Du auch bestehende Wunschbands, die Du gerne in Zukunft unter Vertrag hättest?
In letzter Zeit habe ich mehr damit zu tun, mein Label auszudünnen und mit einigen Künstlern getrennte Wege zu gehen als über neue Signings nachzudenken. Es gibt da ein paar Bands mit denen ich gerne arbeiten würde, aber derzeit suche ich nicht nach neuen Bands. Ich arbeite gerade mehr daran mein Label zu stärken (Vertrieb/Promotion usw.).
Es ist schwierig mir vorzustellen, wo sich mein Label in 5 oder 10 Jahren befindet. Denn vor 5 Jahren konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass ich heute dieses Interview beantworte.


Seit dem Start des Labels hat man es bis dato auf 61 Veröffentlichungen gebracht. Ein paar der letztjährigen Themen findet ihr auch bereits auf mega-metal.de...

BLOOD OF KINGU
RUINS
TENEBRAE IN PERPETUUM
VETUS OBSCURUM
WAY TO END



Einen weiteren Auszug aus dem exquisiten Programm gibt es nachfolgend alphabetisch im Kurzüberblick:


ARCKANUM - ÞÞÞÞÞÞÞÞÞÞÞ

Mai 2009
Ein ziemlich deftiges, wenn auch nicht rüpeliges Stück Schwarzkunst präsentieren uns die Schweden von Arckanum. Nimmt man die Herkunft als Basis, ist es nicht verwunderlich, dass sich in dem ziemlich direkten Sound immer wieder Harmonien der ganz alten At The Gates-Schule einfinden. In Verbindung mit der manchmal fast punkigen (nicht dilettantischen!) Umsetzung versprüht die Band zu jeder Zeit ein ehrlich-rohes, aber kontrolliertes Flair wie z.B. Desaster oder Melechesh (je nach Blickwinkel). Dazu eher kehlige Vocals und starkes nach vorne Preschen, jedoch ohne Dark Funeral-Temporekorde. Die schwedischen Texte geben dem Ganzen die zusätzliche Eigenständigkeit. Kann man immer wieder hören.


 

INFESTUS - Chroniken des Ablebens

August 2008
"
Infestus dissociate from all life" - so steht es im Booklet ... nun, den Moment des Übergangs vom Leben in den Tod zu vertonen, ist nicht gerade eine schöne Vorstellung. Entsprechend morbide ist auch das Ergebnis, lässt aber keine Luft für Großtaten zu. Beeindruckend ist definitiv die unbeirrte, fast sture Verfolgung des Konzeptes. Selbst die teilweise deutschen Texte wirken nicht aufgesetzt. Technisch bestens, aber songwriterisch eher Standard. Soll heißen: alte Naglfar oder eventuell noch alte Dimmu Borgir, aber vom Wiedererkennungswert Klassen drunter. Und deswegen auf Dauer etwas langweilig.
Für "Verbrenne die Brut" (den "Extra-Song", der ausdrücklich nicht zum Konzept gehört) im Booklet keine Texte abzudrucken, finde ich - ohne voreingenommen zu sein - trotzdem keine gute Idee für eine deutsche Band.



 

KROHM - The haunting presence

Juli 2007
Oben noch Vetus Obscurum angemerkt, findet sich hier nun die Hauptspielwiese vom Kopf der beiden - Numinas. Der amerikanische Multiinstrumentalist zeigt bei Krohm sein wahres Können. Denn ohne die EP von Vetus Obscurum runterrichten zu wollen, muss ich gebannt feststellen, dass Krohm besser sind. Diese eisige CD hat die einmalige Gabe, hymnisch böse und zugleich verneinend hässlich zu klingen, ohne dabei die musikalischen Grundwerte zu ändern. Sehr eigentümlich, zudem hypnotisch und fesselnd. Ein starkes Teil für Freidenker abseits jeglichen Mainstreams.


 

OCTOBER FALLS - The womb of primordial nature

Juni 2008
Mein persönliches Highlight in diesem Auszug lautet October Falls. Das Wort "primordial" taucht ja nicht allzu oft auf und birgt ungewollte Assoziationen in sich. So fragte ich mich nach den ersten Minuten, ob so Primordial klingen würden, wenn Alan nie angefangen hätte, clean zu singen. Aber diese Finnen strafen mich Lügen. Sie treten zwar ganz selten aufs Gas, verzaubern mich dafür aber mit Harmonien der frühen Dissection-Schule. In den (gefühlt nicht) langen Songs (4 Songs in 38 Minuten) wechselt man gekonnt immer wieder zwischen erhabenen Schwarz-Schüben und einsamen, naturverbundenen Akustikpassagen, die mir alte Vintersorg-Brisen um die Nase pustet. Nichts zählt - außer der Musik. Entsprechend haben die Songs keine Titel, sondern Nummern. Texte gibt es aber trotzdem im spartanisch-schönen Digibook. Großartig!


 

RUINS - Cauldron

Februar 2009
Emsige Koalas. In Australien schon seit 2008 erhältlich, kam der Vorgänger zu ihrem o.g. aktuellen Longplayer "Front the final foes" gerade mal 8 Monate früher zu uns. Darauf zeigen sich die australischen Black-Deather Ruins auch schon stark in Aktion, aber noch nicht ganz so ausgereift, und in vereinzelten Passagen noch etwas "planloser". Die Klasse von "Cauldron" soll das aber bitte nicht schmälern. Für Einsteiger sind beide Alben zu empfehlen, wobei "Front the final foes" durch mehr Fokus einfach gemeiner klingt.


 

(sw)